Das Wichtigste zur Insemination in Kürze
- Bei einer Insemination (IUI) werden aufbereitete Spermien zum Zeitpunkt des Eisprungs mit einem dünnen Katheter direkt in die Gebärmutter gegeben.
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Mit Partnersamen kommt es pro Zyklus in rund 9 von 100 Behandlungen zu einer Geburt. Nach drei bis vier Versuchen steigt die Chance kaum noch.
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Bei ungeklärter Kinderlosigkeit gilt die Insemination mit milder Hormonstimulation als erster Behandlungsschritt, nach drei bis sechs erfolglosen Zyklen folgt meist die IVF.
- Eine Insemination kostet privat rund 660 bis 910 € pro Zyklus. In Österreich werden diese Kosten nicht vom IVF-Fonds bezahlt.
Viele Paare hören das Wort Insemination zum ersten Mal im Erstgespräch in der Kinderwunschklinik, oft zusammen mit einer Menge anderer Fachbegriffe. Dabei ist sie die sanfteste Form der künstlichen Befruchtung: ein kurzer Eingriff ohne Narkose, der deutlich weniger kostet als eine IVF.
Hier lest ihr, wie eine Insemination abläuft, für wen sie infrage kommt, wie hoch die Chancen realistisch sind und was ihr beide in den Monaten davor tun könnt.
Was ist eine Insemination und für wen eignet sie sich?
Bei einer Insemination bringt die Ärztin oder der Arzt die Spermien näher an die Eizelle heran. Die Befruchtung selbst passiert wie auf natürlichem Weg im Eileiter. Deshalb muss mindestens ein Eileiter durchgängig sein.

Am häufigsten wird sie empfohlen, wenn die Spermienqualität leicht eingeschränkt ist oder alle Untersuchungen unauffällig sind und es trotzdem nicht klappt. Auch bei Zyklusstörungen wie PMOS (früher PCOS) kann sie sinnvoll sein, dann meist mit einer milden Hormonstimulation. Weitere Gründe sind ein Zervixschleim, der die Spermien am Gebärmutterhals bremst, oder eine Behandlung mit Spendersamen, etwa bei lesbischen Paaren.
Sind beide Eileiter verschlossen oder ist die Spermienqualität stark eingeschränkt, hat eine Insemination kaum Aussicht auf Erfolg. Dann ist eine IVF oder ICSI der bessere Weg. Ab 40 raten viele Kliniken außerdem, nur wenige Inseminationen zu versuchen und früher zu wechseln.
Ablauf einer Insemination Schritt für Schritt
Ein Inseminationszyklus dauert vom Beginn der Periode bis zum Schwangerschaftstest rund vier Wochen. Die Insemination selbst dauert nur wenige Minuten.
- Milde Hormonstimulation: Meist ab dem zweiten bis fünften Zyklustag nimmst du Tabletten oder spritzt eine niedrige Hormondosis. So reifen ein bis zwei Eibläschen heran. Manche Kliniken arbeiten auch im natürlichen Zyklus ohne Hormone.
- Ultraschallkontrollen: In der ersten Zyklushälfte wird das Wachstum der Follikel zwei- bis dreimal per Ultraschall kontrolliert. Reifen zu viele Follikel heran, wird der Zyklus oft abgebrochen, um eine Mehrlingsschwangerschaft zu vermeiden.
- Auslösen des Eisprungs: Hat ein Follikel rund 18 mm erreicht, löst eine Spritze den Eisprung aus. Die Insemination folgt etwa 24 bis 36 Stunden später.
- Aufbereitung der Spermien: Am Morgen der Insemination gibt dein Partner eine Samenprobe ab. Im Labor werden die beweglichsten Spermien herausgefiltert, das dauert ein bis zwei Stunden. Viele Kliniken empfehlen vorher zwei bis fünf Tage ohne Samenerguss.
- Die Insemination: Über einen dünnen, weichen Katheter werden die Spermien in die Gebärmutter gegeben. Das fühlt sich ähnlich an wie ein Abstrich bei der Frauenärztin und braucht keine Narkose. Danach kannst du kurz liegen bleiben und deinen Alltag ganz normal fortsetzen.
- Unterstützung der zweiten Zyklushälfte: Häufig bekommst du Progesteron, meist als Vaginalzäpfchen, um die Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung zu unterstützen.
- Schwangerschaftstest: Etwa 14 Tage nach der Insemination zeigt ein Bluttest oder ein Test aus dem Urin, ob es geklappt hat.
Mehr dazu, wie sich die Schleimhaut auf die Einnistung vorbereitet, lest ihr in Einnistung fördern.
Erfolgschancen einer Insemination
Mit Partnersamen führt eine Insemination pro Zyklus in rund 9 % der Fälle zu einer Geburt. Das zeigt das europäische Register mit fast 148.000 Inseminationen (Smeenk et al., 2023). Eine Auswertung der Medizinischen Universität Innsbruck mit 1.437 Inseminationen zeigt, wie sich die Chance über mehrere Versuche entwickelt (Zippl et al., 2022):
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Versuch |
Schwanger in diesem Versuch |
Schwanger insgesamt |
|---|---|---|
|
1 |
10,2 % |
10,2 % |
|
2 |
11,1 % |
16,2 % |
|
3 |
10,3 % |
18,6 % |
|
4 |
8,9 % |
19,3 % |
Gezählt wurde ein positiver Schwangerschaftstest, nicht die Geburt. Ab dem fünften Versuch kamen kaum noch Schwangerschaften dazu.
Wie gut die Chancen im Einzelfall sind, hängt vor allem von drei Dingen ab: dem Alter der Frau, der Zahl beweglicher Spermien nach der Aufbereitung und der Eizellreserve. Frauen ab 35 wurden in Innsbruck deutlich seltener schwanger als jüngere, ebenso Paare mit weniger als 5 Millionen beweglichen Spermien oder einem AMH-Wert unter 1 ng/ml (Zippl et al., 2022). Ab 40 liegt die Geburtenrate pro Zyklus meist nur noch bei rund 4 % (Nesbit et al., 2022).
Wie viele Versuche sind sinnvoll?
Die europäische Fachgesellschaft ESHRE empfiehlt bei ungeklärter Kinderlosigkeit drei bis sechs Inseminationen mit milder Stimulation und danach den Wechsel zur IVF (Romualdi et al., 2023). Ab 40 sind meist schon nach wenigen Versuchen andere Wege sinnvoller. Wie viele Eizellen und Transfers bei einer IVF nötig sind, erklären wir in Erfolgschancen der IVF
Gibt es Risiken?
Die Insemination selbst ist sehr sicher. Das wichtigste Risiko ist eine Mehrlingsschwangerschaft durch die Hormonstimulation: In Europa waren 2019 rund 9 % der Geburten nach einer Insemination mit Partnersamen Zwillinge (Smeenk et al., 2023). Deshalb wird das Follikelwachstum per Ultraschall genau kontrolliert.
Was kostet eine Insemination?
Eine Insemination kostet in Österreich privat rund 660 bis 910 € pro Zyklus, je nach Klinik und Stimulation. Der IVF-Fonds übernimmt sie nicht, er zahlt nur IVF, ICSI und Kryotransfers. Wer drei Zyklen plant, sollte also mit rund 2.000 bis 2.700 € rechnen.
Voruntersuchungen wie Hormonwerte, Ultraschall oder ein Spermiogramm übernimmt die Krankenkassa je nach Kasse und Fachärztin teilweise. Selbst bezahlte Kosten könnt ihr als außergewöhnliche Belastung bei der Steuer geltend machen, wenn eine ärztliche Bestätigung vorliegt. Alle Preise im Vergleich zur IVF findet ihr in IVF-Kosten in Österreich.
So bereitet ihr euch beide auf eine Insemination vor
Eizellen und Spermien brauchen rund drei Monate, bis sie reif sind. Was ihr heute ändert, wirkt sich also auf die Zellen aus, die in drei Monaten bei der Insemination zum Einsatz kommen. Für den Mann ist die Vorbereitung hier besonders wichtig: Seine Spermien müssen den Weg zur Eizelle noch selbst schaffen.
Für ihn heißt das vor allem, ein aktuelles Spermiogramm machen zu lassen. Es zeigt, ob eine Insemination überhaupt sinnvoll ist. Außerdem gilt: Hitze meiden. Sauna, Sitzheizung und der Laptop auf dem Schoß wärmen die Hoden, Spermien mögen es kühler.
Für sie empfehlen die Fachgesellschaften täglich 400 µg Folsäure, am besten ab mindestens vier Wochen vor einer Schwangerschaft. Lasst bei der Frauenärztin auch Schilddrüse und Vitamin D bestimmen. Starkes Über- oder Untergewicht kann den Zyklus und die Reaktion auf die Hormone beeinflussen.
Und für euch beide:
- Rauchen aufhören und Alkohol reduzieren, beides schadet Eizellen und Spermien nachweislich.
- Ausgewogen essen, mit viel Gemüse, Vollkorn und Hülsenfrüchten. Tipps findet ihr in Ernährung und Kinderwunsch.
- Genug schlafen und bewusst Pausen einplanen. Eine Kinderwunschbehandlung kostet mehr Kraft, als die meisten erwarten.
- Die Nährstoffversorgung klären: Zink trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit und Reproduktion bei, Selen zu einer normalen Spermabildung. Wie ihr das gezielt plant, zeigen wir in Pimp my Eggs und Pimp my Sperm.
Unser Tipp aus der Praxis: Den genauen Tag der Insemination kennt ihr meist erst ein bis zwei Tage vorher, weil er sich nach dem Ultraschall richtet. Haltet euch deshalb im Kalender rund um den erwarteten Eisprung zwei, drei Vormittage frei, und zwar beide. Fragt in der Klinik nach Ultraschallterminen früh am Morgen, dann schafft ihr es oft noch rechtzeitig zur Arbeit. Klärt außerdem vorab, ob die Samenprobe zu Hause gewonnen werden darf und wie schnell sie in der Klinik sein muss. Das nimmt am Tag selbst viel Druck heraus.
Häufige Fragen zur Insemination
Tut eine Insemination weh?
Nein, meist nicht. Die Insemination fühlt sich ähnlich an wie ein Abstrich bei der Frauenärztin und dauert nur wenige Minuten. Manche Frauen spüren danach ein leichtes Ziehen im Unterbauch, ähnlich wie bei der Periode.
Was sollte ich nach der Insemination beachten?
Ihr könnt euren Alltag ganz normal weiterführen, auch Arbeit, Sport in Maßen und Sex sind erlaubt. Wichtig ist, verordnete Medikamente wie Progesteron regelmäßig zu nehmen. Bei starken Schmerzen oder Fieber solltet ihr euch in der Klinik melden.
Wann weiß ich, ob es geklappt hat?
Etwa 14 Tage nach der Insemination. Ein früherer Test ist oft noch negativ oder durch die Auslösespritze falsch positiv.
Wie viele Inseminationen sind sinnvoll?
Meist drei bis sechs Zyklen. Danach steigt die Chance kaum noch, und eine IVF ist der nächste Schritt. Ab 40 raten viele Kliniken, schon nach etwa drei Versuchen zu wechseln.
Insemination oder IVF: Was ist besser?
Bei ungeklärter Kinderlosigkeit oder leicht eingeschränkter Spermienqualität ist die Insemination ein sinnvoller und günstiger erster Schritt. Sind die Eileiter verschlossen, ist die Spermienqualität stark eingeschränkt oder seid ihr Anfang 40, hat eine IVF meist bessere Chancen. Pro Versuch klappt es bei einer IVF häufiger, dafür ist sie aufwendiger und teurer.
Zahlt der IVF-Fonds eine Insemination?
Nein. Der IVF-Fonds übernimmt nur IVF, ICSI und Kryotransfers. Eine Insemination müsst ihr selbst bezahlen. Wer Anspruch auf den Fonds hat, erklären wir in IVF-Fonds Österreich.
Ist eine Insemination mit Spendersamen in Österreich erlaubt?
Ja. Seit 2015 ist sie in Österreich auch für lesbische Paare erlaubt. Die Kosten für den Spendersamen kommen zur Behandlung dazu.
Quellen
Kinderwunsch-Clinic Dr. Zech: IVF-Kosten




















