- Die Anzahl benötigter Eizellen für eine genetisch gesunde (euploide) Blastozyste steigt ab 40 Jahren signifikant an (von ca. 8 auf 23 Eizellen)
- Die höchste Chance auf eine Lebendgeburt (ca. 35 %) besteht statistisch bei einer Entnahme von 16 bis 25 Eizellen.
- Mehr als 20-25 Eizellen steigern den Erfolg kaum weiter, erhöhen aber das Risiko für eine gefährliche ovarielle Überstimulation (OHSS).
- Moderne Methoden (z. B. PRP) und ein gesunder Lebensstil (Ernährung, Schlaf) können die Qualität der Eizellen zusätzlich positiv beeinflussen.
IVF-Kinderwunschreisen wirken oft sehr technisch, kompliziert und unübersichtlich. Besonders nach dem ersten fehlgeschlagenen Zyklus tauchen oft Zweifel auf. Doch was sind eigentlich realistische Zahlen, und ist es normal, dass es mehr als einen IVF-Zyklus bis zur erfolgreichen Schwangerschaft braucht? Gibt es außerdem nicht nur zu wenige, sondern auch zu viele Eizellen pro Zyklus?
Qualität vor Quantität: Euploide Blastozysten und Eizellen-Zahl
Die benötigte Anzahl an Eizellen kann anhand verschiedener „Erfolgskriterien“ gemessen werden und fällt unter anderem dadurch verschieden aus. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten 2024, wie viele Eizellen benötigt werden, bis eine euploide Blastozyste entsteht. Eine euploide Blastozyste ist eine Eizelle, die mit einem Spermium verschmolzen ist und an Tag fünf oder sechs einen normalen Chromosomensatz aufweist. Diese werden über eine Präimplantationsdiagnostik (PID) bestimmt beziehungsweise gefunden. Normalerweise gehen euploide Blastozysten mit einer relativ guten Chance für eine erfolgreiche Schwangerschaft einher, aber eine Garantie gibt es leider natürlich auch nicht.
Jedenfalls fanden die Forschenden heraus, dass bei Frauen unter 35 Jahren rund fünf Eizellen benötigt werden, bis eine euploide Blastozyste entsteht. Mit steigendem Alter der Frauen steigt auch diese Zahl an. Ein auffälliger Sprung ist im Alter von 39 auf 40 Jahre zu finden: Da steigt die Anzahl der benötigten Eizellen nämlich von acht auf 12 Stück an. Danach ist der Anstieg noch extremer, und so benötigen Frauen im Alter von 42 Jahren bereits rund 23 Eizellen, bevor eine euploide Blastozyste entsteht. Der Abfall im Alter von 44 Jahren ist laut Expertinnen und Experten aber leider auf unzureichende Daten und nicht ein Wunder der Medizin zurückzuführen (Rodríguez-Varela, C., et al., 2024).

Statistik der Hoffnung: Wie viele Eizellen bis zur erfolgreichen Lebendgeburt?
Im Gegensatz zur bisher vorgestellten Studie, haben sich andere Studien mit der benötigten Anzahl an Eizellen bis zur erfolgreichen Lebendgeburt beschäftigt. Damit ist der größte Unsicherheitsfaktor der ersten Studie beseitigt.
Im Jahr 2023 konnten Expertinnen und Experten feststellen, dass die beste Chance auf eine erfolgreiche Lebendgeburt bei einer Entnahme von 16 bis 25 Eizellen liegt. In diesem Fall beträgt die Chance rund 35%! Ähnlich gut, mit rund 33% Wahrscheinlichkeit auf Dein Wunschbaby, sind die Chancen bei einer Entnahme von 6 bis 15 Eizellen. Interessanterweise sind weder extrem hohe noch extrem niedrige Eizellanzahlen (mehr als 26 oder weniger als sechs Eizellen) förderlich für eine erfolgreiche Lebendgeburt und liegen bei jeweils rund 18% Chance (Bahadur, G., et al., 2023).
Eine andere Untersuchung kam zu der Erkenntnis, dass die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft und Geburt bis zu einer Anzahl von 11 Eizellen ansteigen und dann stagnieren. Zu diesem Zeitpunkt liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Lebendgeburt bei rund 30% für eine 34-jährige Frau. Werden auch noch Zyklen miteinbezogen, in denen die Embryonen eingefroren werden, so steigen die Chancen bis zu rund 20 gewonnenen Eizellen an und erreichen dann sogar rund 45% Erfolgschance. Jedoch steigt auch das Risiko für eine ovarielle Überstimulation in diesen Fällen stark an, weshalb davon abzuraten ist. Auch das Risiko für eine Thromboembolie, also einen Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel, steigt an – dies sollte natürlich ebenso unbedingt vermieden werden, um die zukünftige Mama nicht in Gefahr zu bringen. Genaueres zur ovariellen Überstimulation (OHSS) kannst Du hier nachlesen (Magnusson, Å., et al., 2018).
Wie viele Embryonen-Transfers sind für den Erfolg nötig?
Natürlich lässt sich auch die Anzahl der durchschnittlich benötigten Embryo-Transfers bis zur erfolgreichen Lebendgeburt bestimmen. Diese hängt zumeist eng mit der benötigten Anzahl an Eizellen zusammen, jedoch gibt es auch Fälle, in denen dies, nicht der Fall ist.
Einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten beispielsweise, wie hoch die Lebendgeburtenrate im Verhältnis zur Anzahl der transferierten Embryonen, die für einen Erfolg benötigt wurden, ist. Sie kamen zu dem Schluss, dass, wenn einer bis drei Embryonen transferiert wurden, die Lebendgeburtenrate bei rund 35% lag. Bei vier bis sechs benötigten Embryotransfers sank die Zahl zwar leicht, aber war mit rund 33% nicht allzu niedrig. In der Gruppe, in der sieben bis neun Embryotransfers benötigt wurden, stieg die Lebendgeburtenrate dann sogar auf knapp 38%. Bei über 10 Transfers liegt die Lebendgeburtenrate dann aber leider nur mehr bei rund 20%. Ein Grund dafür könnte die extrem hohe Fehlgeburtenrate von rund 40% sein (Zhang, M., et al., 2019).

In einer anderen Studie wurde festgestellt, dass mit steigendem Alter mehr Embryonentransfers bis zu einer erfolgreichen Lebendgeburt benötigt werden. So benötigen Frauen unter 35 Jahren im Mittel etwa fünf Transfers, bis sie ihr kleines Wunder in den Armen halten durften, während es bei Frauen zwischen 38 und 40 Jahren bereits rund 15 Transfers sind. Frauen über 40 Jahre erreichten bei dieser Studie leider nie eine Chance von über 40% für eine Lebendgeburt -unabhängig von der Anzahl der durchgeführten Transfers (Garrido, N., et al., 2011).
Hoffnung gibt es aber dank einer anderen Studie aus dem Jahr 2021, die zu dem Schluss kam, dass die besten Lebendgeburtenraten nach rund vier Embryonentransfers beziehungsweise neun gewonnenen Eizellen bei milder IVF am besten sei, wenn mit frischen Eizellen gearbeitet wird. Wird hingegen mit gefrorenen Eizellen gearbeitet, so sind im Mittel neun Transfers und 12 Eizellen am Vorteilhaftesten (Datta, A. K., et al., 2021).
Aktiv werden: Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft verbessern
Wir wissen ganz genau, dass sich diese Aussagen und Ergebnisse zuerst einmal entmutigend anfühlen können. Deshalb möchten wir diese Gelegenheit nutzen und Dir die IVF-Heldin Christina Siebinger vorstellen, die nach 10 künstlichen Befruchtungen endlich ihr Wunder in den Armen halten durfte. Andererseits gibt es gerade aktuell rasend viele, spannende Entwicklungen im Bereich der Reproduktionsmedizin, wie PRP-Therapien, Mitochondrienspende oder Assisted Hatching. Viele dieser Methoden sind in den vorgestellten Studien noch wenig bis gar nicht vertreten beziehungsweise genutzt worden. Außerdem hat in den letzten Jahren auch der Lebensstil und seine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit immer mehr an Bedeutung gewonnen: Von ganzheitlichen Verfahren wie Osteopathie über die richtige Ernährung inklusive der Auswirkungen von Energy Drinks bis hin zu Schlaf und Zahngesundheit. Auch diese Faktoren sollten nicht vernachlässigt werden, und das Beste dabei ist: Sie liegen zumindest teilweise in Deiner Hand, und Du kannst Deine Fruchtbarkeit aktiv verbessern!
Um die Qualität Deiner Eizellen oder Spermien (oder die Deines Partners oder Deiner Partnerin) zu verbessern, kannst Du auch zu Nahrungsergänzungsmitteln für Leute auf ihrer Kinderwunsch-Reise greifen. Egal, ob Du bereits einen oder mehrere IVF-Versuche hinter Dir hast oder Du noch am „Versuchen“ bist – Präparate wie VILAVIT Female und Male sind genau für Dich und Deine Fruchtbarkeit entwickelt worden.
So lässt sich abschließend aber wieder mal nur sagen, dass Du die Hoffnung nicht aufgeben solltest, denn auch, wenn die Situation manchmal nicht besonders tröstlich erscheint, sind Wunder immer möglich. Und getreu unseres Leitsatzes „Bring your dream to life“ also „erwecke deinen Wunsch zum Leben“, drücken wir Dir weiterhin die Daumen und sind natürlich bei Fragen jederzeit für Dich erreichbar.
Häufige Fragen zum Thema benötigte Eizellen für Schwangerschaft
Wie viele Eizellen sind „normal“ bei einer IVF-Punktion?
Meist wird eine Anzahl von 8 bis 15 Eizellen angestrebt. Dies bietet eine gute Balance zwischen einer hohen Erfolgschance und einem geringen Risiko für Überstimulation.
Warum ist das Alter der Frau so entscheidend für die Anzahl der Eizellen?
Mit steigendem Alter nimmt nicht nur die Reserve, sondern vor allem die genetische Qualität der Eizellen ab. Es werden daher mehr Eizellen benötigt, um statistisch eine dabei zu haben, die einen normalen Chromosomensatz besitzt.
Bedeuten mehr Eizellen automatisch eine höhere Erfolgschance?
Nur bis zu einem gewissen Punkt. Studien zeigen, dass die Chancen ab etwa 15–20 Eizellen stagnieren. Eine extrem hohe Anzahl (über 26) kann die Qualität sogar mindern und gesundheitliche Risiken für die Frau bergen.
Was kann ich tun, wenn beim ersten Mal keine Eizelle befruchtet wurde?
Ein fehlgeschlagener Versuch ist oft eine wichtige Informationsquelle für Ärztinnen und Ärzte, um das Protokoll anzupassen. Ergänzend können Lebensstiländerungen und spezifische Nahrungsergänzungsmittel die Eizellqualität für den nächsten Zyklus unterstützen.
Referenzen
- Rodríguez-Varela, C., Mascarós, J. M., Labarta, E., Silla, N., & Bosch, E. (2024). Minimum number of mature oocytes needed to obtain at least one euploid blastocyst according to female age in in vitro fertilization treatment cycles. Fertility and sterility, 122(4), 658–666. https://doi.org/10.1016/j.fertnstert.2024.06.002
- Bahadur, G., Homburg, R., Jayaprakasan, K., Raperport, C. J., Huirne, J. A. F., Acharya, S., Racich, P., Ahmed, A., Gudi, A., Govind, A., & Jauniaux, E. (2023). Correlation of IVF outcomes and number of oocytes retrieved: a UK retrospective longitudinal observational study of 172 341 non-donor cycles. BMJ open, 13(1), e064711. https://doi.org/10.1136/bmjopen-2022-064711
- Magnusson, Å., Källen, K., Thurin-Kjellberg, A., & Bergh, C. (2018). The number of oocytes retrieved during IVF: a balance between efficacy and safety. Human reproduction (Oxford, England), 33(1), 58–64. https://doi.org/10.1093/humrep/dex334
- Zhang, M., Bu, T., Tian, H., Li, X., Wang, D., Wan, X., Wang, Q., Mao, X., & La, X. (2019). Use of Cumulative Live Birth Rate per Total Number of Embryos to Calculate the Success of IVF in Consecutive IVF Cycles in Women Aged ≥35 Years. BioMed research international, 2019, 6159793. https://doi.org/10.1155/2019/6159793
- Garrido, N., Bellver, J., Remohí, J., Simón, C., & Pellicer, A. (2011). Cumulative live-birth rates per total number of embryos needed to reach newborn in consecutive in vitro fertilization (IVF) cycles: a new approach to measuring the likelihood of IVF success. Fertility and sterility, 96(1), 40–46. https://doi.org/10.1016/j.fertnstert.2011.05.008
- Datta, A. K., Campbell, S., Felix, N., Singh, J. S. H., & Nargund, G. (2021). Oocyte or embryo number needed to optimize live birth and cumulative live birth rates in mild stimulation IVF cycles. Reproductive biomedicine online, 43(2), 223–232. https://doi.org/10.1016/j.rbmo.2021.02.010




















