Pimp my Eggs: VILAVIT um die Fruchtbarkeit zu steigern

Pimp my Eggs: Einnahmeplan, Dosierung und Erfahrungen

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Carolin Kaulfersch ist als Medical Writer und Autorin für die Themen Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Reproduktionsmedizin tätig. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass es nicht selbstverständlich ist, ein Kind zu haben und möchte daher andere Paare empathisch und informativ auf ihrem Weg zum Wunschkind unterstützen.

Medizinisch geprüft von: Dr. med. Alexander Just, Facharzt für Frauenheilkunde und Reproduktionsmedizin
Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2026

Was ist Pimp my Eggs?

Warum ist die Eizellqualität wichtig?

Die sechs Nährstoffe: was sie tun und was Studien zeigen

Der Einnahmeplan: das Originalrezept und die Höchstmengen

Dosierung: Warum mehr nicht mehr hilft

Pimp my Eggs ab 40

Erfolge und Erfahrungen ab 40

Einzelpräparate oder Kombipräparat

Was du sonst für deine Eizellen tun kannst

Wer sich länger mit Kinderwunsch beschäftigt, stößt früher oder später auf "Pimp my Eggs". Die Liste mit sechs Mikronährstoffen wird in Foren weitergereicht, in Kinderwunschzentren besprochen und in vielen Varianten nachgekauft. Hier erfährst du, woher die Idee stammt, wie ein Einnahmeplan aussieht, wo die Mengen über den empfohlenen Höchstwerten liegen und was Studien tatsächlich zeigen.

Uns ist wichtig, mit einem Mythos aufzuräumen: Die Pimp-my-Eggs-Rezeptur, die im Netz kursiert, stützt sich nicht auf wissenschaftliche Studien. Bei Zink und Selen liegt sie sogar so hoch, dass sie dem Körper eher schaden als nützen kann.

Das Wichtigste in Kürze zu Pimp my Eggs

  • Pimp my Eggs ist eine Kur mit sechs Nährstoffen: Vitamin D, Folat, Omega-3, Coenzym Q10, Zink und Selen.
  • Die Liste stammt nicht aus der Forschung, sondern von einer Betroffenen. Studien gibt es zu einzelnen Nährstoffen, nicht zur Kombination.
  • Bei Zink und Selen liegt das Originalrezept um ein Mehrfaches über den Höchstmengen, die das Bundesinstitut für Risikobewertung für Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt.
  • Eizellen reifen rund drei Monate. Wer etwas verändern möchte, plant deshalb mindestens zwölf Wochen ein.
  • Gerade ab 40 zählt jede Eizelle. Umso wichtiger ist eine gezielte Versorgung mit den Nährstoffen, die für ihre Reifung gebraucht werden, richtig dosiert in bioverfügbarer Form und über mindestens drei Monate.

Was ist Pimp my Eggs?

Der Begriff geht auf einen deutschen Blog, das Buch "It Starts with the Egg" von Rebecca Fett sowie die Erfahrungen anderer Frauen in der Kinderwunschzeit zurück. Der eingängige Name hat den Rest erledigt: Heute kursieren Dutzende Abwandlungen, oft mit zusätzlichen Stoffen wie Melatonin, Myo-Inositol oder DHEA.

Die Idee dahinter ist nachvollziehbar. Eizellen benötigen für ihre letzte Reifung sehr viel Energie, und die liefern die Mitochondrien. Mit dem Alter arbeiten diese Kraftwerke weniger effizient, und bei der Zellteilung passieren häufiger Fehler bei der Verteilung der Chromosomen. Mikronährstoffe wie Coenzym Q10, Folat, Zink oder Selen sind an genau diesen Abläufen beteiligt. Daraus entstand die These, man könne die Eizellen mit einer gezielten Versorgung “aufpimpen”, also verbessern.

Pimp my Eggs wird vor allem vor einer IVF oder ICSI genommen, von Frauen über 35 und nach Fehlgeburten. Viele Frauen nehmen die Inhaltsstoffe auch, wenn sie auf natürlichem Weg schwanger werden wollen.

Warum die Eizellqualität so wichtig ist

Alle Eizellen einer Frau sind schon vor ihrer Geburt angelegt. Bis zur Pubertät ruhen sie, danach reift in jedem Zyklus eine kleine Gruppe heran, und meist springt eine davon. Mit jedem Jahr werden es weniger, und die verbleibenden Eizellen werden älter.

Das Alter merkt man der Eizelle vor allem bei ihrer letzten Teilung an. Kurz vor dem Eisprung muss sie ihren doppelten Chromosomensatz exakt halbieren. Passiert dabei ein Fehler, hat die Eizelle ein Chromosom zu viel oder zu wenig. Solche Eizellen lassen sich oft noch befruchten, doch der Embryo nistet sich häufig nicht ein oder geht in den ersten Wochen verloren. Mit dem Alter steigt der Anteil dieser Fehler deutlich.

Für die Teilung braucht die Eizelle sehr viel Energie. Die liefern ihre Mitochondrien, die kleinen Kraftwerke der Zelle. Genau hier setzt die Idee von Pimp my Eggs an: Nährstoffe, die an der Energiegewinnung und am Schutz vor oxidativem Stress beteiligt sind, sollen die Eizelle bei dieser Arbeit unterstützen.

Die sechs Nährstoffe: was sie tun und was Studien zeigen

Zur Kombination Pimp my Eggs gibt es keine wissenschaftliche Studie. Untersucht wurden nur einzelne Nährstoffe, oft bei Frauen in IVF-Behandlung. Eine große Übersicht über 63 Studien kam zu dem Ergebnis, dass Antioxidantien die Chance auf eine Schwangerschaft leicht erhöhen könnten (Showell et al., 2020).

Coenzym Q10

Kurz gesagt: Der am besten untersuchte Nährstoff der Liste, vor allem bei Frauen mit geringer Eizellreserve.

Coenzym Q10 sitzt in den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle, und hilft dort bei der Energiegewinnung. Außerdem schützt es Zellen vor oxidativem Stress. Der Körper bildet Q10 selbst, mit dem Alter aber immer weniger. Bei älteren Mäusen arbeiteten die Mitochondrien der Eizellen mit Q10 wieder besser (Ben-Meir et al., 2015).

Was Studien zeigen: Fasst man fünf Studien mit Frauen in Kinderwunschbehandlung zusammen, wurden mit Q10 rund doppelt so viele Frauen schwanger wie ohne (Florou et al., 2020). Q10 gibt es als Ubiquinon und als Ubiquinol. Ubiquinol nimmt der Körper besser auf: Bei gleicher Menge lag der Q10-Spiegel im Blut etwa anderthalbmal so hoch (Zhang et al., 2018).

Zink

Kurz gesagt: Unverzichtbar für die Reifung der Eizelle, aber nur in der richtigen Menge.

Zink trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit und Reproduktion bei. Es hält die Eizelle in einer Ruhephase, bis sie reif ist, und wird bei der Befruchtung freigesetzt (Bernhardt et al., 2012). Gute Quellen sind Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse, Fleisch und Käse.

Was Studien zeigen: Bei Mäusen reichten schon wenige Tage mit zu wenig Zink vor dem Eisprung, damit sich deutlich weniger Embryonen entwickelten (Tian und Diaz, 2013). Fachleute raten deshalb, bei Frauen mit Mangelrisiko an Zink zu denken (Garner et al., 2021).

Selen

Kurz gesagt: Wichtig als Zellschutz.

Selen ist Teil von Enzymen, die Zellen vor oxidativem Stress schützen, und wird für die Schilddrüse gebraucht.

Was Studien zeigen: Frauen mit höheren Selenwerten im Blut hatten mehr Follikel und Eizellen (Lima et al., 2022).

Folat

Kurz gesagt: Für jede Frau mit Kinderwunsch empfohlen, am besten ab vier Wochen vor der Empfängnis.

Folat wird für die Zellteilung und die Bildung der Erbsubstanz gebraucht. Ein guter Folatstatus vor der Schwangerschaft senkt das Risiko für Neuralrohrdefekte beim Baby. Folat kann der Körper direkt nutzen, Folsäure muss er erst umwandeln. Bei manchen Frauen ist diese Umwandlung durch eine Genvariante verlangsamt. Mehr dazu im Artikel MTHFR-Mutation bei Kinderwunsch.

Was Studien zeigen: Frauen, die vor der Schwangerschaft Folsäure-Präparate nahmen, hatten in einer großen Harvard-Studie ein um 20 % geringeres Fehlgeburtsrisiko (Gaskins et al., 2014). Bei Frauen in Kinderwunschbehandlung gingen gute Folatwerte mit höheren Chancen auf ein Baby einher (Gaskins et al., 2015).

Vitamin D

Kurz gesagt: Erst den Spiegel messen lassen, dann gezielt ausgleichen.

Vitamin D wirkt im Körper wie ein Hormon, auch Eierstöcke und Gebärmutterschleimhaut reagieren darauf. In Mitteleuropa haben viele Menschen vor allem im Winter zu niedrige Werte.

Was Studien zeigen: Ein Mangel geht mit geringerer Fruchtbarkeit einher, besonders bei PMOS. Fasst man zwölf Studien mit Frauen in IVF-Behandlung zusammen, wurden mit Vitamin D mehr Frauen schwanger. Am deutlichsten war der Effekt bei Frauen, die vorher zu wenig Vitamin D hatten (Meng et al., 2023).

Omega-3-Fettsäuren

Kurz gesagt: Vielversprechend, besonders wenn du selten Fisch isst.

Die Omega-3-Fettsäure DHA ist ein Baustein jeder Zellhülle und hilft, Entzündungen im Gleichgewicht zu halten.

Was Studien zeigen: Fasst man sechs Studien mit Frauen in Kinderwunschbehandlung zusammen, war die Chance auf eine Schwangerschaft mit Omega-3 höher. (Trop-Steinberg et al., 2024). Bei Frauen in IVF-Behandlung gingen höhere Omega-3-Werte im Blut mit mehr Geburten einher (Chiu et al., 2018).

Der Einnahmeplan: das Originalrezept und die Höchstmengen

In der Tabelle steht das Rezept so, wie es auf dem deutschen Blog veröffentlicht wurde. Daneben findest du, was das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR, 2024) als Höchstmenge pro Tag in Nahrungsergänzungsmitteln empfiehlt. EU-weit gibt es keine verbindlichen Höchstmengen. Die BfR-Werte sind deshalb auch in Österreich eine gute Orientierung.

Nährstoff

Pimp my Eggs (Original, pro Tag)

Empfohlene Höchstmenge in Nahrungsergänzung (BfR, pro Tag) + Einordnung

Vitamin D

2.000 I.E. (50 µg)

20 µg (800 I.E.)

Folat

800 µg

400 µg bei Kinderwunsch empfohlen, 800 µg zu Beginn einer Schwangerschaft möglich

Omega-3

1.000 mg

keine BfR-Höchstmenge. Entscheidend ist hier allerdings, dass min. 200mg DHA enthalten sind.

Coenzym Q10

200 mg

keine amtliche Höchstmenge

Zink

30 mg

6,5 mg (Rund fünfmal so viel. Das kann sogar den gegenteiligen Effekt haben).

Selen

200 µg

40 µg (Rund fünfmal so viel. Selen hat einen schmalen Bereich zwischen genug und zu viel).

So nimmst du die Nährstoffe ein:

1.         Mindestens drei Monate. Die Eizelle, die in drei Monaten springt, beginnt heute ihre letzte Reifephase. Vor einer IVF heißt das: am besten jetzt anfangen, nicht erst mit der Stimulation.

2.        Mit einer Mahlzeit. Vitamin D, Coenzym Q10 und Omega-3 sind fettlöslich. Zum Frühstück oder Mittagessen werden sie besser aufgenommen als auf nüchternen Magen.

3.        Nicht doppelt dosieren. Wer mehrere Präparate kombiniert, zählt Zink, Selen und Vitamin D zusammen. Viele Multivitamine enthalten diese Stoffe schon.

4.        Bei Schwangerschaft umstellen. Sobald der Test positiv ist, braucht dein Körper etwas anderes: Folat, Jod, Vitamin D und DHA in den Mengen für die Schwangerschaft. Coenzym Q10 und hohe Mengen Zink oder Selen gehören dann nicht mehr dazu.

Dosierung: warum mehr nicht mehr hilft

Auch wenn man manchmal glaubt, dass mehr Nährstoffe besser helfen: Bei Zink und Selen ist das falsch. Mehr bringt hier keinen Vorteil, sondern kann deinem Körper schaden.

Das "Originalrezept" enthält 30 mg Zink und 200 µg Selen pro Tag. Das ist jeweils rund fünfmal so viel, wie das BfR für Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt. 

Die Folgen sind belegt:

  • Zink hemmt in hohen Mengen die Aufnahme von Kupfer. Über Wochen und Monate kann so ein Kupfermangel entstehen (NIH Office of Dietary Supplements). Reproduktionsmediziner:innen sehen in ihrer Praxis außerdem immer wieder Frauen, die über Monate sehr hohe Mengen Zink nehmen, ohne dass sich die Ergebnisse verbessern. Manche beobachten sogar schlechtere Befruchtungsraten. Eine kleine Studie stützt diese Erfahrung: Je mehr Zink in der Follikelflüssigkeit war, desto schlechter ließen sich die Eizellen befruchten (Ingle et al., 2017).
  • Selen zeigt ein Zuviel zuerst an Haarausfall und brüchigen Nägeln (EFSA, 2023). In einer Studie nahmen 1.202 Erwachsene über Jahre täglich 200 µg Selen, genau die Menge aus dem Rezept. Sie erkrankten rund 50 % häufiger an Typ-2-Diabetes als die Vergleichsgruppe (Stranges et al., 2007).

Dass diese hohen Mengen den Eizellen nützen, zeigt dagegen keine einzige Studie. Unser Rat: Nimm Zink und Selen nur im empfohlenen Bereich.

Pimp my Eggs ab 40

Viele Frauen suchen nach Pimp my Eggs, wenn sie 40 Jahre oder älter sind. Das ist verständlich, denn ab Mitte 30 sinken Anzahl und Qualität der Eizellen deutlich. Der wichtigste Grund sind Fehler bei der Verteilung der Chromosomen. Untersuchungen aus IVF-Laboren zeigen, dass mit Anfang 40 mehr als die Hälfte der Embryonen eine falsche Chromosomenzahl hat.

Was das für dich bedeutet:

  • Zeit ist der wichtigste Faktor. Ab 35 empfehlen Fachgesellschaften, schon nach sechs Monaten ohne Schwangerschaft in ein Kinderwunschzentrum zu gehen.
  • Der AMH-Wert sagt etwas über die Menge, nicht über die Qualität. Ein niedriger Wert heißt nicht, dass keine guten Eizellen mehr da sind. Mehr dazu im Artikel Warum ein niedriger AMH-Wert fast nichts verrät.
  • Coenzym Q10 ist der am besten untersuchte Baustein. Die meisten Studien dazu wurden mit Frauen gemacht, deren Eizellreserve schon eingeschränkt war. Wir empfehlen die Einnahme von Ubiquinol, der bioverfügbaren Form von Q10, weil der Körper sie besser aufnimmt (Zhang et al., 2018).#
  • DHEA nur mit ärztlicher Begleitung. DHEA taucht in vielen Listen für Frauen über 40 auf. Es ist ein Hormon und gilt in Deutschland und Österreich als verschreibungspflichtiger Arzneistoff. Als Nahrungsergänzungsmittel darf es in beiden Ländern nicht verkauft werden. Bitte nicht auf eigene Faust aus dem Ausland bestellen.   

Mehr zu den Chancen ab 40 findest du im Artikel Schwanger werden mit 40: Mythen und Fakten.

Erfolge und Erfahrungen mit Pimp my Eggs

In Internetforen findest du hunderte Berichte. Manche Frauen erzählen von mehr Eizellen, besseren Befruchtungsraten oder besseren Blastozysten im nächsten IVF-Zyklus. Andere berichten von mehr Energie.

Worauf du achten kannst, wenn du Erfahrungsberichte liest:

  • Wie alt war die Frau, und wie war ihre Ausgangslage? Ein Bericht mit 33 lässt sich nicht auf 42 übertragen.
  • Wurde sonst etwas geändert? Neues Protokoll, andere Klinik, Gewichtsverlust oder ein behandelter Mangel erklären oft mehr.
  • Welche Mengen wurden genommen? Wer das Originalrezept über Monate nimmt, liegt bei Zink und Selen weit über den Empfehlungen, dies kann sich sogar negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken.

Eizellqualität lässt sich nicht direkt messen. Hinweise geben erst die Werte in einer IVF: wie viele reife Eizellen entnommen wurden, wie viele sich befruchten ließen und wie viele das Blastozystenstadium erreicht haben.

Einzelpräparate oder Kombipräparat?

Das Originalrezept bedeutet sechs verschiedene Nährstoffe, oft aus sechs Packungen. Das ist teuer, und die Einnahme wird schnell unübersichtlich. Kombipräparate fassen die Nährstoffe in einer Tagesdosis zusammen. Beide Wege sind möglich, wichtig sind die Mengen.

 

Einzelpräparate

Kombipräparat

Kapseln pro Tag

6 bis 10

meist 2 bis 3

Risiko für zu viel

höher, weil sich Zink, Selen und Vitamin D aus mehreren Produkten summieren

geringer, wenn das Präparat im empfohlenen Bereich dosiert ist

Kosten

In Summe häufig höher

In Summe häufig niedriger

Darauf solltest du bei jedem Präparat achten:

  • Zink und Selen im Bereich der BfR-Höchstmengen, nicht darüber
  • Folat als 5-MTHF oder eine Kombination aus Folat und Folsäure, insgesamt mindestens 400 µg
  • Bei Omega-3 zählt nicht die Gesamtmenge von 1.000 mg, sondern mindestens 250 mg DHA
  • Coenzym Q10 in der bioverfügbaren Form von Ubiquinol, da diese vom Körper besser aufgenommen wird

Was du sonst für deine Eizellen tun kannst

Nährstoffe sind nur ein Baustein. Mindestens genauso viel bewirkt der Alltag, und das auch für deinen Partner:

  • Rauchen aufgeben. Rauchen ist einer der wenigen Faktoren, die die Eizellreserve nachweislich schneller sinken lassen.
  • Wenig Alkohol. In der Kinderwunschzeit am besten ganz verzichten.
  • Gewicht im Normalbereich. Starkes Über- und Untergewicht bringen den Zyklus durcheinander.
  • Mediterran essen. Viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Fisch und Olivenöl. Mehr dazu im Artikel Ernährung und Kinderwunsch.
  • Schlaf und Stress. Sieben bis acht Stunden Schlaf und feste Pausen helfen dem Hormonhaushalt. Mehr dazu in Stress und Fruchtbarkeit.
  • Abklärung. Schilddrüse, Vitamin D, Endometriose oder PMOS sollten geprüft und behandelt sein. Das bringt oft mehr als jedes Präparat.

Für Männer gibt es eine ähnliche Liste unter dem Namen Pimp my Sperm. Spermien brauchen ebenfalls rund drei Monate, bis sie reif sind.

Häufige Fragen zu Pimp my Eggs

Wie lange sollte ich Pimp my Eggs nehmen?

Mindestens drei Monate. So lange dauert es, bis eine Eizelle ihre letzte Reifephase durchlaufen hat und zum Eisprung bereit ist. Die Eizelle, die in drei Monaten springt, wächst also schon heute heran. Wer vor einer IVF beginnt, sollte deshalb nicht erst mit der Stimulation anfangen, sondern sobald die Entscheidung für die Behandlung gefallen ist.

Viele Frauen nehmen die Nährstoffe bis zu einem positiven Test weiter. Wenn es länger dauert, ist eine Pause nicht nötig.

Darf ich Pimp my Eggs während der IVF-Stimulation weiter nehmen?

Auf jeden Fall, denn gerade in dieser Phase reifen die Eizellen für die Punktion heran.

Kann ich Pimp my Eggs während der Schwangerschaft weiter nehmen?

Nein, nicht in dieser Form. Mit dem positiven Test ändert sich, was dein Körper braucht. Wichtig sind jetzt vor allem Folat, Jod, Vitamin D und die Omega-3-Fettsäure DHA, und zwar in den Mengen, die für die Schwangerschaft empfohlen sind. Coenzym Q10 ist für diese Zeit kaum untersucht, und hohe Mengen Zink oder Selen sind in der Schwangerschaft nicht vorgesehen.

Am einfachsten ist ein Wechsel auf ein Präparat für Schwangerschaft und Stillzeit wie VILAVIT Prenatal.

Hilft Pimp my Eggs auch bei einer natürlichen Schwangerschaft?

Eine gute Nährstoffversorgung ist vor jeder Schwangerschaft sinnvoll, egal auf welchem Weg sie entsteht.

Gibt es Nebenwirkungen?

In den empfohlenen Mengen werden die Nährstoffe meist gut vertragen.

Probleme entstehen vor allem durch zu hohe Mengen über längere Zeit: Zu viel Zink stört den Kupferhaushalt, zu viel Selen kann Haare und Nägel schädigen, zu viel Vitamin D belastet die Nieren. Wenn du Blutverdünner oder Schilddrüsenmedikamente nimmst, sprich die Einnahme vorher ärztlich ab.

Kann Vitamin C meine Eizellqualität verbessern?

Dafür gibt es keine guten Belege. Vitamin C ist ein bekanntes Antioxidans und wichtig für das Immunsystem, deshalb taucht es in vielen Kinderwunsch-Listen auf. Studien mit Frauen in IVF-Behandlung fanden aber keine höheren Einnistungs- oder Schwangerschaftsraten durch Vitamin C, weder während der Stimulation noch in der Zeit nach dem Eisprung.

Wer abwechslungsreich mit viel Obst und Gemüse isst, ist mit Vitamin C in der Regel gut versorgt. Ein zusätzliches Präparat ist für die Eizellen nicht nötig.

Wann sollte ich in eine Kinderwunschklinik gehen?

Wenn du unter 35 bist und seit einem Jahr regelmäßig ungeschützten Geschlechtsverkehr hast, ohne schwanger zu werden. Ab 35 empfehlen Fachgesellschaften, schon nach sechs Monaten eine Kinderwunschklinik aufzusuchen, ab 40 am besten gleich.

Früher solltest du gehen, wenn bereits etwas bekannt ist: ein sehr unregelmäßiger oder ausbleibender Zyklus, Endometriose, PMOS, eine Operation an Eileitern oder Eierstöcken oder mehrere Fehlgeburten. Auch dein Partner sollte von Anfang an untersucht werden. Ein Spermiogramm ist schnell gemacht und klärt eine häufige Ursache. Eine Checkliste für das Erstgespräch findest du im Artikel Start in der Kinderwunschklinik.

Woher weiß ich, wie viele Eizellen ich noch habe?

Einen Hinweis gibt der AMH-Wert. Das Anti-Müller-Hormon wird von den kleinen Follikeln im Eierstock gebildet und lässt sich mit einer einfachen Blutabnahme bestimmen, unabhängig vom Zyklustag. Zusammen mit dem Ultraschall, bei dem die Ärztin die sichtbaren Follikel zählt, ergibt sich ein Bild deiner Eizellreserve.

Wichtig ist, was der Wert nicht verrät: AMH sagt etwas über die Menge, nicht über die Qualität der Eizellen. Frauen mit PMOS (früher PCOS) haben oft einen hohen AMH-Wert, die Eizellqualität kann trotzdem beeinträchtigt sein. Endometriose dagegen kann die Reserve verringern und den Wert senken. Ein niedriger AMH-Wert heißt auch nicht, dass eine natürliche Schwangerschaft unmöglich ist. Mehr dazu in unseren Artikeln zum Anti-Müller-Hormon und zum niedrigen AMH-Wert.

Quellen

Studien

Ben-Meir A, Burstein E, Borrego-Alvarez A et al. Coenzyme Q10 restores oocyte mitochondrial function and fertility during reproductive aging. Aging Cell. 2015 (Tierversuch)

Bernhardt ML, Kong BY, Kim AM, O’Halloran TV, Woodruff TK. A zinc-dependent mechanism regulates meiotic progression in mammalian oocytes. Biol Reprod. 2012

Chiu YH, Karmon AE, Gaskins AJ et al. Serum omega-3 fatty acids and treatment outcomes among women undergoing assisted reproduction. Hum Reprod. 2018

Florou P, Anagnostis P, Theocharis P, Chourdakis M, Goulis DG. Does coenzyme Q10 supplementation improve fertility outcomes in women undergoing assisted reproductive technology procedures? A systematic review and meta-analysis of randomized-controlled trials. J Assist Reprod Genet. 2020

Garner TB, Hester JM, Carothers A, Diaz FJ. Role of zinc in female reproduction. Biol Reprod. 2021

Gaskins AJ et al. Maternal prepregnancy folate intake and risk of spontaneous abortion and stillbirth. Obstet Gynecol. 2014

Gaskins AJ et al. Association between serum folate and vitamin B-12 and outcomes of assisted reproductive technologies. Am J Clin Nutr. 2015

Ingle ME, Bloom MS, Parsons PJ et al. Associations between IVF outcomes and essential trace elements measured in follicular fluid and urine: a pilot study. J Assist Reprod Genet. 2017

Lima LG, Santos AAMD, Gueiber TD, Gomes RZ, Martins CM, Chaikoski AC. Relation between Selenium and Female Fertility: A Systematic Review. Rev Bras Ginecol Obstet. 2022

Meng X, Zhang J, Wan Q, Huang J, Han T, Qu T, Yu LL. Influence of Vitamin D supplementation on reproductive outcomes of infertile patients: a systematic review and meta-analysis. Reprod Biol Endocrinol. 2023

Showell MG, Mackenzie-Proctor R, Jordan V, Hart RJ. Antioxidants for female subfertility. Cochrane Database Syst Rev. 2020

Stranges S, Marshall JR, Natarajan R et al. Effects of long-term selenium supplementation on the incidence of type 2 diabetes: a randomized trial. Ann Intern Med. 2007

Tian X, Diaz FJ. Acute dietary zinc deficiency before conception compromises oocyte epigenetic programming and disrupts embryonic development. Dev Biol. 2013

Trop-Steinberg S, Gal M, Azar Y, Kilav-Levin R, Heifetz EM. Effect of omega-3 supplements or diets on fertility in women: a meta-analysis. Heliyon. 2024

Zhang Y, Liu J, Chen X, Chen CY. Ubiquinol is superior to ubiquinone to enhance Coenzyme Q10 status in older men. Food Funct. 2018

Empfehlungen und Fachinformationen

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Höchstmengenempfehlungen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln (Stellungnahme 006/2024), zusammengefasst von der Verbraucherzentrale: Mikronährstoffe: Ab wann ist es zu viel?

EFSA NDA Panel. Scientific opinion on the tolerable upper intake level for selenium. EFSA Journal. 2023

NIH Office of Dietary Supplements. Zinc: Fact Sheet for Health Professionals

Verbraucherzentrale. Anti-Aging-Hormon DHEA