- Mit IVF-Fonds zahlt ihr in Österreich rund 1.100 bis 1.500 € pro IVF- oder ICSI-Versuch, Medikamente inklusive.
- Ohne Fonds kostet ein Zyklus rund 6.000 bis 7.000 €, davon 1.400 bis 2.400 € für Medikamente.
- Selbst bezahlte Kosten könnt ihr als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen.
Kinderwunschbehandlungen können leider ziemlich teuer sein und stellen viele Paare vor Herausforderungen. Wie die Kosten durch den IVF-Fonds für Euch sinken und wie Ihr steuerliche Vorteile für Eure Kinderwunschbehandlung geltend machen könnt, erfahrt ihr hier.
Kosten mit IVF-Fonds (Selbstbehalt pro Versuch)
Der IVF-Fonds übernimmt 70 % eines festgelegten Tarifs, Ihr zahlt 30 %. Weil die Zentren unterschiedliche Leistungen dazurechnen (z. B. elektronische Probenkontrolle), unterscheiden sich die Beträge leicht. Zwei Beispiele, Stand Herbst 2026:
| Behandlung | Kinderwunschklinik A | Kinderwunschklinik B |
|---|---|---|
| IVF, Frau unter 35 | 1.136 € | 1.421 € |
| IVF, Frau 35 bis 39 | 1.212 € | 1.497 € |
| ICSI, Frau unter 35 | 1.258 € | 1.543 € |
| ICSI, Frau 35 bis 39 | 1.334 € | 1.619 € |
| Kryotransfer | 298 € | 583 € |
Klinik A: Kinderwunsch-Clinic Dr. Zech (Tarife ab Juli 2026); Klinik B: Kinderwunschklinik Wels (inkl. elektronischer Probenkontrolle).
Im Fonds-Tarif enthalten sind Stimulationsmedikamente, Ultraschall, Labor, Eizellentnahme, Befruchtung, Embryotransfer sowie Einfrieren und Lagerung überzähliger Embryonen für 12 Monate.
Neu 2026: Die Bundesregierung hat im Juli 2026 angekündigt, den Selbstbehalt von 30 auf 25% zu senken. Ab wann das gilt, steht noch nicht fest. Wir aktualisieren die Beträge, sobald die Änderung in Kraft ist.
Kosten als Selbstzahler (ohne IVF-Fonds)
Selbst zahlen müsst Ihr, wenn keine anerkannte Diagnose vorliegt, die Frau 40 oder älter ist, die vier geförderten Versuche aufgebraucht sind oder Ihr eine Klinik ohne Fonds-Vertrag wählt. Ob ihr die Voraussetzungen erfüllt, könnt ihr in unserem Artikel zum IVF-Fonds in Österreich prüfen.
| Leistung | Preisspanne (Beispiele) |
|---|---|
| IVF, ohne Medikamente | ca. 3.970 bis 4.340 € |
| ICSI, ohne Medikamente | ca. 4.550 bis 4.690 € |
| Stimulationsmedikamente | ca. 1.400 bis 2.400 € je Zyklus |
| Kryotransfer | ca. 1.250 bis 1.620 € |
| Insemination (IUI) | ca. 660 bis 910 € |
| Lagerung eingefrorener Embryonen | ca. 380 € pro Jahr |
| Erstgespräch | ca. 195 € |
Quellen: Preislisten Dr. Zech und Kinderwunschklinik Wels, Stand September/Oktober 2026.
Zusatzkosten, die oft übersehen werden
- Zusatzleistungen wie Time-Lapse-Inkubation, IMSI, Assisted Hatching oder Präimplantationsdiagnostik zahlt der Fonds nicht – sie kommen auch bei geförderten Versuchen dazu.
- Lagerung der Embryonen nach den ersten 12 Monaten.
- Notariatsakt für unverheiratete Paare: rund 100–300 €.
- Voruntersuchungen wie Spermiogramm oder Hormonstatus, wenn sie nicht von der Kasse übernommen werden.
- Fahrten und Arbeitszeit: Während der Stimulation sind mehrere Termine innerhalb weniger Tage üblich.
Zahlenbeispiel
Ein Paar lässt zwei ICSI-Zyklen und einen Kryotransfer durchführen. Die Frau ist 36 Jahre alt.
Kosten mit IVF-Fonds
Zwei ICSI-Versuche zu je rund 1300–1600 € plus ein Kryotransfer zu rund 300–600 € ergeben etwa 2900–3800 €, die das Paar bezahlen muss.
Kosten als Selbstzahler
Zwei ICSI-Zyklen inklusive Medikamente zu je rund 6000–7000 € plus ein Kryotransfer ergeben etwa 13000–15800 €, die zu bezahlen sind. Die Förderung spart also schnell über 10000 €.

Zahlt die Krankenkassa etwas?
Die Behandlung selbst übernimmt der IVF-Fonds, nicht die Krankenkassa. Diagnostische Untersuchungen vor der Behandlung (z. B. Hormonwerte, Ultraschall, Spermiogramm) werden je nach Kassa und Fachärzt:in teilweise von der Krankenkassa übernommen. Private Zusatzversicherungen zahlen künstliche Befruchtung meist nicht, aber ein Blick in die Bedingungen der Versicherung lohnt sich trotzdem.
Kosten steuerlich absetzen
Selbstgetragene Kosten einer Kinderwunschbehandlung können in Österreich grundsätzlich als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden und unterliegen damit besonderen steuerlichen Vorschriften. Dafür wird unter anderem eine ärztliche Bestätigung über die medizinische Notwendigkeit benötigt. Außerdem ist das Ausmaß der Steuerermäßigung abhängig vom Jahreseinkommen. Auch Fahrtkosten zum IVF-Zentrum können berücksichtigt werden. Bewahre also sämtliche Rechnungen und Belege, die mit der Kinderwunschbehandlung zusammenhängen gut auf. Bei Fragen wende Dich bitte an eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater.
Häufige Fragen
Was kostet eine IVF in Österreich mit IVF-Fonds?
Meist rund 1100 bis 1500 € pro Versuch, Stimulationsmedikamente inklusive. Der genaue Betrag hängt vom Alter der Frau (unter oder über 35), vom Zentrum (öffentlich oder privat) und von Leistungen ab, die das Zentrum zusätzlich verrechnet. Lass Dir vor Behandlungsbeginn eine schriftliche Aufstellung geben.
Was kostet eine ICSI ohne Förderung?
Etwa 4500 bis 4700 € für die Behandlung plus 1400 bis 2400 € für die Medikamente, je nach Dosierung und Ansprechen. Ein kompletter Zyklus kostet damit rund 6000 bis 7000 €.
Was kostet ein Kryotransfer?
Mit Fonds rund 300 bis 600 €, privat rund 1250 bis 1600 €. Weil keine Stimulation und keine Eizellentnahme nötig sind, ist ein Kryotransfer der günstigste Weg zu einem weiteren Transfer – vorausgesetzt, es wurden Embryonen eingefroren.
Ist eine Behandlung im Ausland günstiger?
Teilweise ja – aber ohne IVF-Fonds-Förderung und mit Reise-, Aufenthalts- und Ausfallskosten. Für Paare mit Anspruch auf den Fonds ist ein österreichisches Vertragszentrum meistens günstiger. Für Behandlungen, die in Österreich nicht erlaubt sind, ist das Ausland dagegen manchmal die einzige Option.
Wie lassen sich die Kosten senken?
- Prüft, ob Ihr die Voraussetzungen für den IVF-Fonds erfüllt – der Unterschied in den Kosten, die Ihr zu tragen habt, ist gewaltig.
- Fragt nach, ob überzählige Embryonen eingefroren werden. Jeder spätere Kryotransfer kostet nur einen Bruchteil eines neuen Zyklus.
- Hinterfragt Zusatzleistungen, deren Nutzen nicht klar belegt ist, etwa EmbryoGlue oder Assisted Hatching.
- Nutzt die Zeit vor der Behandlung für eine gute Vorbereitung, um die Erfolgschancen der künstlichen Befruchtung zu erhöhen. Wie das geht, zeigen wir in Pimp my Eggs und Pimp my Sperm
Wie viele Versuche sollte ich einplanen?
Im Schnitt brauchten Frauen 2024 rund 1,7 geförderte Versuche. Für eine realistische Budgetplanung lohnt es sich, mit zwei Versuchen plus einem Kryotransfer zu rechnen. Hintergründe in Erfolgschancen der IVF: Wie viele Eizellen und Transfers sind nötig?
Referenzen
- Sozialministerium: IVF-Fonds
- Liste der Vertragszentren des IVF-Fonds, Stand September 2026
- Broschüre „Wir möchten ein Baby“ (Sozialministerium)
- IVF-Register Jahresbericht 2024
- ORF: Fonds für künstliche Befruchtung wird ausgebaut (18. Juli 2026)
- Kinderwunsch-Clinic Dr. Zech: IVF-Kosten
- Kinderwunschklinik Wels: IVF-Fonds Österreich 2026
- Kinderwunschklinik Wels: Preise für Selbstzahler




















