Kinderwunsch & Allergien: Redet das Immunsystem mit?

Kinderwunsch & Allergien: Redet das Immunsystem mit?

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Claudia Gessler-Zwickl ist Gründerin von FERTILABS. Als ehemalige Kinderwunschpatientin setzt sie sich mit viel Leidenschaft dafür ein, andere Betroffene auf ihrem Weg zum Wunschkind zu unterstützen und das Tabuthema "unerfüllter Kinderwunsch" zu entkräften. Gemeinsam mit einem Team führender Ärzte hat sie VILAVIT entwickelt – ein innovatives Kinderwunschpräparat, das sowohl die weibliche als auch die männliche Fruchtbarkeit fördert.

Fehlalarm im Körper: Was passiert bei einer Allergie?

Stille Entzündungen: Warum Allergien die Fruchtbarkeit bremsen können

Zyklus-Chaos durch Allergien?

Allergien vs. Spermien: Warum auch Männer betroffen sind

Statistik-Check: Allergien bei IVF-Paaren

Teller statt Pollenflug: Haben Lebensmittelallergien andere Regeln?

Antihistaminika unter der Lupe

Immun-Boost von innen für Deine Allergien

  • Allergien lösen stille Entzündungen aus, die bei Frauen den Zyklus unregelmäßiger machen und bei Männern die Spermienqualität (Morphologie) beeinflussen können.
  • Interessanterweise sind unter Paaren in Kinderwunschbehandlung überproportional viele Allergiker zu finden – dennoch sind die Erfolgsaussichten für eine Schwangerschaft nahezu identisch.
  • Die intensive Einnahme bestimmter Antihistaminika kann insbesondere die männliche Fruchtbarkeit einschränken.
  • Eine entzündungshemmende Ernährung (viel Obst, Gemüse und Omega-3) sowie gezielte Mikronährstoffe können die allergische Belastung senken und den Körper optimal auf die Empfängnis vorbereiten.

Der Frühling liegt in der Luft – und so manches Kinderwunschpaar spürt das ganz besonders durch eine rinnende Nase oder juckende Augen anstatt belebender Frühlingsgefühle. Doch haben diese nervigen Allergien nun tatsächlich auch noch die Macht, die Kinderwunschreise zu beeinflussen? Tatsächlich schon, aber eine Allergie stellt keinesfalls ein unüberwindbares Hindernis dar – ein Blick auf die Details lohnt sich aber und bringt Klarheit.

Fehlalarm im Körper: Was passiert bei einer Allergie?

Allergien zählen zu den chronisch entzündlichen Krankheiten und betreffen zumeist die Lunge, Haut und die Nase. Allergien werden durch eine fehlerhafte Reaktion des Immunsystems ausgelöst, bei der harmlose Stoffe als „gefährlich“ eingestuft werden, weshalb das Immunsystem versucht, diese zu bekämpfen. Wichtig dafür sind besonders die IgE-Antikörper, die oft bei einem Allergietest bestimmt werden und die Th2-Zytokine, die gemeinsam die allergische Reaktion auslösen.

In den letzten Jahren und Jahrzehnten haben Allergien stark zugenommen – besonders Umweltfaktoren dürften dabei eine Schlüsselrolle spielen. So nervig und unangenehm Allergien auch sind, sind die meisten Allergien gut behandelbar. Allerdings gibt es auch schwere Allergien, die schlimmstenfalls im Krankenhaus behandelt werden müssen (Zhang P., 2023).

Stille Entzündungen: Warum Allergien die Fruchtbarkeit bremsen können

Allergien sind wie eben schon beschrieben entzündliche Erkrankungen. Entzündungen beeinflussen in der Regel den gesamten Körper und daher kann auch eine einfache Pollenallergie Einfluss auf Deine Fruchtbarkeit nehmen. Wie genau sich stille Entzündungen auf Deinen Kinderwunsch auswirken können und was du dagegen unternehmen kannst, erfährst du hier.

Zyklus-Chaos durch Allergien?

Generell scheinen Frauen, die unter Allergien haben einen unregelmäßigeren Zyklus zu haben als Frauen ohne Allergien. Ein unregelmäßiger Zyklus alleine kann die Empfängnis nicht verhindern aber erschweren: Nach dem Eisprung ist die Eizelle nur rund 24 Stunden lang befruchtungsfähig. Ist der Zyklus einer Frau einigermaßen regelmäßig kann der Eisprung relativ gut ermittelt beziehungsweise geschätzt und somit auch der „ideale“ Zeitpunkt für Geschlechtsverkehr bestimmt werden. Dieses „schätzen“ des Eisprungs kann also unter Umständen erschwert sein bei Frauen mit Allergien (oder natürlich auch bei Frauen, die aus anderen Gründen einen unregelmäßigen Zyklus aufweisen). Insgesamt ist die Zeit bis zur erfolgreichen Schwangerschaft bei Frauen mit Allergien auch etwas höher als bei Frauen ohne Allergien. Diese Unterschiede können durchaus durch Zyklusunregelmäßigkeiten mitbedingt sein (Wasilewska, E. et al., 2019).  Aber auch mit einem unregelmäßigen Zyklus darf und wird sich Dein Wunschbaby auf den Weg machen. Tipps dazu haben wir hier zusammengetragen.

Allergien vs. Spermien: Warum auch Männer betroffen sind

Neben dem weiblichen Zyklus spielt natürlich auch die Qualität der Spermien des Mannes eine wichtige Rolle für eine erfolgreiche Schwangerschaft. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten mittlerweile feststellen, dass die Spermien der Männer, die allergisch auf Birke, Rogge, Katze, Erle oder Gräser sind, mit höherer Wahrscheinlichkeit Defekte an den Spermienschwänzen aufweisen. Eine Allergie auf den Pilz „Alternaria alternata“ ist mit einer Häufung an Defekten der Spermienköpfe verbunden. Diese Ergebnisse wurden im Rahmen einer Studie gewonnen, deren Teilnehmer allesamt Schwierigkeiten in Bezug auf den Kinderwunsch aufwiesen. Ob die eingeschränkte Fruchtbarkeit dieser Männer jedoch mehrheitlich auf die Allergie zurückzuführen ist, ist unklar. Ob oder inwieweit diese Effekte auch bei anderen Männern zu finden sind, muss noch genauer untersucht werden (Adamczak, R., et al., 2022).

Sind die Spermien nicht richtig geformt und weisen Defekte auf, kann dies auch direkte Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben. Ob die Form der Spermien bei Dir beeinträchtigt ist, lässt sich mithilfe eines Spermiogramms feststellen.

Statistik-Check: Allergien bei IVF-Paaren

Während die Auswirkungen der Allergien bei vielen Paaren eher gering ausfallen dürften, zeigt ein Blick in die Wartezimmer der Kinderwunschkliniken ein anderes, auffälliges Bild: Unter den Frauen und Männern, die IVF zur Erfüllung ihres Kinderwunsches nutzen, sind auffällig viele Allergikerinnen und Allergiker. Während durchschnittlich rund 10-30% der Gesamtbevölkerung unter einer Allergie leidet, waren es bei den Frauen, die IVF in Anspruch nahmen rund 54%! Bei den Männern hingegen war der Anteil mit rund 21% zwar auch nicht gering aber keinesfalls so stark erhöht wie bei den Frauen. Die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen IVF-Zyklus war bei Allergikerinnen leicht geringer als bei nicht-allergischen Frauen. Dieser geringe Unterschied wird von Expertinnen und Experten jedoch als vernachlässigbar bewertet und soll Dich somit nicht beunruhigen (Esfandiari, N. et al., 2020).

Teller statt Pollenflug: Haben Lebensmittelallergien andere Regeln?

Lebensmittelallergien können im Vergleich zu klassischen Pollenallergien einigermaßen gut umgangen werden und werden demnach auch oft anders behandelt als diese. Glücklicherweise dürften Allergien auf Lebensmittel keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit von Frauen haben (Willis, S. K. et al., 2025). Durch die Möglichkeit, das Allergen teilweise sogar vollständig zu vermeiden, ist es durchaus möglich, dass auch die Fruchtbarkeit von Männern zwar durch gewisse Pollenallergien aber nicht durch Lebensmittelallergien beeinflusst wird, da es seltener zu einer allergischen Reaktion kommt.

Antihistaminika unter der Lupe

Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Antihistaminika bei Männern in den Hormonhaushalt und die Fruchtbarkeit eingreifen können. Möglicherweise wird die Androgen-Produktion durch Antihistaminika beeinflusst. Manche Wirkstoffe dürften auch die Anzahl der Spermien verringern oder die Morphologie und Motilität der Spermien negativ beeinflussen. Diese Effekte sind aber noch nicht abschließend geklärt und beziehen sich nur auf eine intensive und hochdosierte Nutzung von Antihistaminika! (Mondillo, C. et al., 2018)

Zu den Auswirkungen von Antihistaminika auf die Fruchtbarkeit von Frauen liegen aktuell noch keine aussagekräftigen Ergebnisse vor. Nachdem viele Präparate jedoch als sicher in der Schwangerschaft gelten, stehen die Chancen grundsätzlich gut, dass sie auch die Kinderwunschreise nicht negativ beeinflussen. Bewiesen ist das aber leider noch nicht.

Immun-Boost von innen für Deine Allergien

Auch wenn Allergien allgemein nicht beeinflussbar sind, gibt es eine gute Nachricht für alle Allergikerinnen und Allergiker: Allergien können durch eine bewusste Ernährung positiv beeinflusst werden!

Fangen wir einmal an bei den Dingen, die Du im besten Fall vermeiden oder zumindest reduzieren kannst: Eine extrem kalorienreiche Ernährung und viele tierische Produkte (besonders tierische Fette und Proteine) fördern allergische Reaktionen und sollten deshalb so wenig wie möglich konsumiert werden. Auch gesättigte Fettsäuren, Cholesterin und mittelkettige Fettsäuren sollten nicht im täglichen Speiseplan vorkommen.

Besonders vorteilhaft ist es hingegen, wenn Du viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide zu dir nimmst. Auch Ballaststoffe und Omega-3-Fettsäuren wirken sich positiv auf allergische Reaktionen aus. Flavonoide, Vitamin A, D und E sowie die Mineralstoffe Zink und Eisen sind ebenfalls hilfreich im täglichen Kampf mit Allergien (Zhang P., 2023).

Gerade in Bezug auf deine Kinderwunschreise können diese Ernährungsgewohnheiten zu einer Reduktion der Entzündungen und auch allergischen Reaktionen beitragen – ein wertvoller Baustein auf dem Weg zu Deinem Wunschbaby.

Manchmal ist ein Ernährungsumstellung ja dann doch leichter gesagt als getan und das kennen wir nur allzu gut. Solltest Du dir und Deiner Gesundheit eine extra Portion an anti-entzündlichen und anti-allergischen Nährstoffen schenken wollen, können wir Dir daher Nahrungsergänzungsmittel ans Herz legen. Nahrungsergänzungsmittel sind keinesfalls ein Ersatz für eine gesunde und ausgewogene Ernährung aber können gerade bei besonderen Voraussetzungen wie einer Allergie oder Kinderwunsch eine echte Erleichterung für Betroffene und ein Gewinn für den Körper sein. Gerade in der Kinderwunschzeit solltest Du keine Kompromisse bei der Qualität und Auswahl der Inhaltsstoffe eingehen, um Deinen Körper und Dich bestmöglich zu unterstützen. Wirf‘ also gerne mal einen Blick auf VILAVIT Female und VILAVIT Male, die genau für diese besondere Zeit aus hochwertigen bioverfügbaren Mikronährstoffen hergestellt werden.

Fazit

Allergien zu haben ist zwar nicht unbedingt förderlich in Bezug auf Kinderwunsch aber definitiv kein unüberwindbares Hindernis. Versuche beispielsweise Deinen Körper durch bewusste Ernährung zu unterstützen, Entzündungsprozesse allgemein zu reduzieren, wenn möglich oder Dein(e) Allergen(e) zu vermeiden. Bei Frauen, die an einem unregelmäßigen Zyklus leiden, kann es hilfreich sein, den Zyklus genauer zu tracken – beispielswiese mit einem Eisprungtracker oder über Temperaturmessungen. Bei Männern kann die Reduktion von Antihistaminika sofern dies möglich ist, ein Pluspunkt für die Fruchtbarkeit sein.

Häufig gestellte Fragen zu Kinderwunsch und Allergien

Können Allergien eine Schwangerschaft verhindern?

Allergien sind kein unüberwindbares Hindernis, können die Empfängnis jedoch erschweren. Durch Entzündungsprozesse im Körper kann es zu Zyklusunregelmäßigkeiten bei Frauen oder einer verminderten Spermienqualität bei Männern kommen.

Welchen Einfluss haben Pollenallergien auf Spermien?

Studien zeigen, dass bestimmte Allergien mit höherer Wahrscheinlichkeit zu Defekten an den Spermien führen können. Falls Du Dir diesbezüglich unsicher bist, kann ein Spermiogramm hilfreich für Dich sein.

Gibt es natürliche Alternativen zu Antihistaminika?

Ja, die gibt es mittlerweile zum Glück! Gleich vorneweg sei aber gesagt, dass du solche Umstellungen mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt absprechen solltest – besonders, wenn Du unter schweren Allergien leidest. Notfallmedikamente solltest Du jedenfalls immer dabeihaben. Mittlerweile gibt es auch für Allergien Mikronährstoffpräparate, die die Beschwerden und Histamin-Ausschüttung reduzieren können. Hier können wir zum Beispiel die Produkte von ALLERVITA empfehlen. Wichtig zu wissen: Nimmst Du auch noch andere Nährstoffpräparate solltest Du zur Sicherheit Dein Blutbild überprüfen lassen und eine ärztliche Empfehlung einholen. Auch Mikronährstoffe können überdosiert werden. Für manche Personen kann aber beispielsweise auch eine Hyposensibilisierung oder allergenspezifische Immuntherapie hilfreich sein. Diese Therapieformen dauern in der Regel jedoch über mehrere Monate oder gar Jahre an.

Wie kann ich meine Fruchtbarkeit trotz Allergie verbessern?

Eine entzündungshemmende Ernährung (unter anderem reich an Omega-3, Obst und Gemüse) und die gezielte Zufuhr von Mikronährstoffen wie Zink und Vitamin D können helfen, das Immunsystem zu beruhigen und die Fruchtbarkeit zu unterstützen.

Referenzen

  • Zhang P. (2023). The Role of Diet and Nutrition in Allergic Diseases. Nutrients15(17), 3683. https://doi.org/10.3390/nu15173683
  • Wasilewska, E., & Małgorzewicz, S. (2019). Impact of allergic diseases on fertility. Postepy dermatologii i alergologii36(5), 507–512. https://doi.org/10.5114/ada.2019.89501
  • Adamczak, R., Ukleja-Sokołowska, N., Pasińska, M., Zielińska, J., Leśny, M., & Dubiel, M. (2022). Abnormal sperm morphology is associated with sensitization to inhaled allergens. International journal of immunopathology and pharmacology, 36, 20587384211066718. https://doi.org/10.1177/20587384211066718
  • Esfandiari, N., Nesbit, C., Litzky, J., Dela Cruz, D., Gibson, S., DeMars, L., & Esfandiari, N. (2020). High prevalence of allergy in patients undergoing in vitro fertilization and embryo transfer. Journal of assisted reproduction and genetics37(2), 311–320. https://doi.org/10.1007/s10815-020-01691-z
  • Willis, S. K., Kuan, K. E., Hatch, E. E., Crowe, H. M., Wesselink, A. K., Rothman, K. J., Mumford, S. L., & Wise, L. A. (2025). Self-reported diagnoses of dietary allergens and fecundability in a North American cohort. Human reproduction (Oxford, England)40(3), 553–560. https://doi.org/10.1093/humrep/deae277
  • Mondillo, C., Varela, M. L., Abiuso, A. M. B., & Vázquez, R. (2018). Potential negative effects of anti-histamines on male reproductive function. Reproduction (Cambridge, England)155(5), R221–R227. https://doi.org/10.1530/REP-17-0685