Frau mit Kinderwunsch: Immunologische Faktoren

Immunologische Faktoren bei Kinderwunsch

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Claudia Gessler-Zwickl ist Gründerin von FERTILABS. Als ehemalige Kinderwunschpatientin setzt sie sich mit viel Leidenschaft dafür ein, andere Betroffene auf ihrem Weg zum Wunschkind zu unterstützen und das Tabuthema "unerfüllter Kinderwunsch" zu entkräften. Gemeinsam mit einem Team führender Ärzte hat sie VILAVIT entwickelt – ein innovatives Kinderwunschpräparat, das sowohl die weibliche als auch die männliche Fruchtbarkeit fördert.

Hormonelle Ursachen

Autoimmunerkrankungen

Endometriose und PMOS

Entzündungen und Infekte

Weitere Ursachen

Behandlungsmöglichkeiten

  • Das Immunsystem spielt eine zentrale Rolle bei der Fruchtbarkeit und kann die Kinderwunschreise erschweren
  • Unter anderem nehmen hormonelle Störungen, Erkrankungen, Infekte und Entzündungen einen großen Einfluss auf die Fertilität
  • Je nach Ursache stehen verschiedene Therapien zur Verfügung, die idealerweise durch Lebensstiloptimierung ergänzt werden

Wissenschaftliche Erkenntnisse deuten immer mehr darauf hin, dass das Immunsystem einen großen Einfluss auf Deine Fruchtbarkeit und Kinderwunschreise haben kann. Viele verschiedene Ursachen, die auf den ersten Blick rein gar nichts mit dem Kinderwunsch zu tun haben, könnten der Grund sein, weshalb Dein Wunschbaby noch auf sich warten lässt.

Hormonelle Ursachen

Während das Gleichgewicht von Östrogen und Progesteron essentiell für den weiblichen Zyklus ist, beeinflussen diese Hormone auch das Immunsystem. Genauer gesagt nehmen sie besonders Einfluss auf T-Zellen und T-Helferzellen, die wichtig für die Abwehr von Krankheitserregern sind. Geraten die T-Zellen und ihre T-Helferzellen durch einen Mangel an Progesteron aus dem Gleichgewicht, ist das Risiko für Einnistungsversagen oder eine Fehlgeburt erhöht. Ob die Hormonspiegel in Ordnung sind, lässt sich mittels Bluttests feststellen (Kicińska, A. M., et al., 2025).

Autoimmunerkrankungen

Natürlich haben Autoimmunerkrankungen einen großen Einfluss auf das Immunsystem der erkrankten Personen und wirken sich dadurch leider auch auf die Fertilität aus. Bei Personen mit Autoimmunerkrankungen sind besonders die Autoantikörper Stolperfallen auf dem Weg zum Wunschbaby. Sie können die Entwicklung der befruchteten Eizelle oder später des Embryos stören, zu Problemen bei der Implantation oder vermehrten Fehlgeburten führen. Autoantikörper lassen sich ebenfalls im Blut nachweisen. Viele Betroffene erhalten die Diagnose für eine Autoimmunerkrankung jedoch sowieso lange vor ihrer Kinderwunschreise (Kicińska, A. M., et al., 2025).

Besonders eine autoimmune Schilddrüsenerkrankung wie Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow und ein systemischer Lupus erythematodes wirken sich negativ auf die Fruchtbarkeit aus und kommen leider verhältnismäßig häufig bei jüngeren Personen vor (Pires, M. I., et al., 2025 und Mao, R., et al., 2026).

Endometriose und PMOS

Sowohl Endometriose als auch PMOS (früher PCOS) sind leider eine häufige Ursache für eine längere Kinderwunschreise. Einer der vielen Mechanismen, über den die beiden Krankheiten für Schwierigkeiten sorgen können, ist eben leider ein immunologischer Mechanismus. Konkret gesagt sind chronische Entzündungen, Progesteron-Resistenz oder Autoantikörper problematisch für die Kinderwunschreise bei Endometriose oder PMOS (Kicińska, A. M., et al., 2025). Speziell bei PMOS können auch die natürlichen Killerzellen des Immunsystems dysreguliert sein (Jiang, N., et al., 2026). Zur Diagnose wird meist eine Laparoskopie (primär für Endometriose) oder ein Bluttest (vor allem für PMOS) durchgeführt (Kicińska, A. M., et al., 2025). Weitere Informationen zur Endometriose findest Du hier und zum PMOS-Artikel gelangst Du über diesen Link.

Entzündungen und Infekte

Entzündungen und Infekte jeder Art können sich ebenso negativ auf die Fertilität auswirken und sollten nach Möglichkeit rasch behandelt werden. Während einer Entzündung oder eines Infektes befindet sich das Immunsystem nämlich im Ausnahmezustand und auch die mikrobielle Balance kann verloren gehen. Zur Diagnose können verschiedene Testmöglichkeiten in Betracht gezogen werden – abhängig von der Verdachtsdiagnose. Neben der Implantation kann auch die Qualität der Eizelle oder der Spermien beeinträchtigt sein (Kicińska, A. M., et al., 2025).

Weitere Ursachen

Es gibt noch viele weitere Ursachen, die über immunologische Faktoren einen negativen Einfluss auf die Fertilität ausüben können. Dazu zählen unter anderem eine zu geringe Lymphozyten-Anzahl, gestörte Verhältnisse von T-Helferzellen und T-Zellen, Probleme mit den natürlichen Killerzellen oder dem KIR/HLA-C-Antigen. Außerdem kann der Körper eine fehlerhafte Reaktion auf die Zellen des Embryos zeigen, eine gestörte Immunzellen-Population in der Gebärmutterschleimhaut vorliegen, Anti-Spermien-Antikörper vorhanden sein, oxidativer Stress, Übergewicht, Insulinresistenz oder ein gestörtes Darm-Mikrobiom hinter Schwierigkeiten auf der Kinderwunschreise stecken (Kicińska, A. M., et al., 2025).

Behandlungsmöglichkeiten

Je nach (vermuteter) Ursache für die Schwierigkeiten auf der Kinderwunschreise stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten oder Diagnosemöglichkeiten zur Verfügung. Dank medizinischer Neuerungen konnten diese bereits auch angepasst und verändert werden: So war es früher beispielsweise notwendig, dass eine Biopsie der Gebärmutterschleimhaut entnommen worden ist, um dessen Mikrobion zu bestimmen während dies nach aktuellen Erkenntnissen auch durch eine einfache Blutabnahme möglich ist (Baharaghdam, S., et al., 2026). Die Blutabnahme als Ersatz für die Biopsie hat sich aktuell leider noch nicht standardmäßig durchgesetzt.

Auch neue Ansätze wie die PRP-Therapie (Platelet Rich Plasma) können bei gewissen immunologischen Faktoren zu einer Verbesserung der Fruchtbarkeit beitragen (Shi, C., et al., 2026).

Treten beispielsweise Probleme bei der Befruchtung selbst auf, so wie dies bei autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen häufig der Fall ist, kann eine ICSI gegenüber einer klassischen IVF oder auch einer natürlichen Befruchtung hilfreich sein (Pires, M. I., et al., 2025).

Für viele Betroffene bringen jedoch auch eine immunmodulierende Therapie oder eine Hormon-Ersatz-Therapie Erleichterung. Beide können auch unabhängig von Kinderwunsch eingesetzt werden. Besonders Infekte und Entzündungen, die heilbar sind, sollten nach Möglichkeit rasch geheilt werden. Auch eine Stammzellen-Therapie kann in manchen Fällen sinnvoll sein. Viele Patient:innen profitieren außerdem massiv von einer multidisziplinären Therapie (Šemeklienė, B et al., 2025).

Für chronische Erkrankungen wie beispielsweise Autoimmunerkrankungen sollte außerdem ein besonderes Augenmerk auf den Lebensstil gelegt werden. Neben der Vermeidung von Stress und einer gesunden, ausgewogenen Ernährung sollte besonders auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D, Vitamin B12 und Folat geachtet werden (Šemeklienė, B et al., 2025).  Neben der eben genannten Nährstoffe findest Du auch noch viele andere kleine Helfer in VILAVIT Female, das ganz darauf abgestimmt ist, Deine Fruchtbarkeit zu verbessern.

Häufige Fragen zum Thema

Wie können Hormone das Immunsystem und die Fruchtbarkeit beeinflussen?

Östrogen und Progesteron regulieren das Gleichgewicht von T-Zellen und T-Helferzellen im Immunsystem. Führt ein Progesteronmangel zu einem Ungleichgewicht dieser Zellen, erhöht sich das Risiko für eine fehlerhafte Einnistung (Implantation) oder eine Fehlgeburt.

Welche Rolle spielen Autoimmunerkrankungen bei unerfülltem Kinderwunsch?

Bei Autoimmunerkrankungen (z. B. Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow oder Lupus) bildet der Körper Autoantikörper. Diese können die Entwicklung von Eizellen und Embryonen stören, die Einnistung erschweren oder zu vermehrten Fehlgeburten führen.

Wie wirken sich Endometriose und PMOS (PCOS) immunologisch aus?

Beide Erkrankungen verursachen häufig chronische Entzündungen, Progesteron-Resistenzen oder das Auftreten von Autoantikörpern. Bei PMOS kommt es zudem häufig zu einer Fehlregulation der natürlichen Killerzellen (NK-Zellen).

Welchen Einfluss haben allgemeine Entzündungen und Infekte?

Akute oder chronische Infekte versetzen das Immunsystem in einen Ausnahmezustand und stören das mikrobielle Gleichgewicht. Dadurch können sowohl die Qualität der Eizellen und Spermien als auch die Einnistung des Embryos beeinträchtigt werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei immunologisch bedingten Fruchtbarkeitsproblemen?

Je nach Diagnose kommen immunmodulierende Therapien, Hormonersatztherapien, PRP-Therapien (Platelet Rich Plasma) oder Befruchtungsmethoden wie ICSI zum Einsatz. Zudem ist eine rasche Behandlung von Infekten und eine multidisziplinäre Betreuung ratsam.

Was kann man selbst über den Lebensstil tun?

Besonders bei chronischen oder autoimmunen Erkrankungen unterstützen Stressvermeidung, ausgewogene Ernährung sowie die gezielte Einnahme wichtiger Nährstoffe wie Vitamin D, Vitamin B12 und Folat die Fruchtbarkeit.

Referenzen

  • Kicińska, A. M., Maksym, R. B., & Szewczyk, G. (2025). Immunological Causes of Infertility: Diagnostic Perspectives. Biomolecules, 16(1), 39. https://doi.org/10.3390/biom16010039
  • Pires, M. I., Póvoa, A. M., & Silva-Soares, S. (2025). Autoimmune thyroid disease in infertility and assisted reproductive technology: A review. Porto biomedical journal, 10(6), e307. https://doi.org/10.1097/j.pbj.0000000000000307
  • Mao, R., Zhou, J., Wang, X., Long, R., Wang, M., Chen, H., Xiao, N., Xi, Q., Jin, L., & Zhu, L. (2026). Inflammation impairs fertility and oocyte quality in systemic lupus erythematosus by triggering oxidative stress-mediated ferroptosis. Cell death & disease, 10.1038/s41419-026-09028-x. Advance online publication. https://doi.org/10.1038/s41419-026-09028-x
  • Jiang, N., Liu, J., Li, C., Wang, X., Pang, Y., Zhang, X., Ma, Y., Zhang, S., Xu, Y., Li, Q., Sun, Q., Tang, P., & Han, L. (2026). Natural killer cell dysregulation in polycystic ovary syndrome: immunometabolic and reproductive implication. Frontiers in immunology, 17, 1781451. https://doi.org/10.3389/fimmu.2026.1781451
  • Baharaghdam, S., Yildirim, Ö., Pirouzpanah, M., Abbas Kabiri, D., Karimi, S., Esfini Farahani, M., Aghapour, A., Hassanzadeh, A., Kamrani, A., Mousavi Ardehaie, R., Mehdizadeh, A., Hakimi, P., Ahmadian Heris, J., Aghebati-Maleki, L., & Yousefi, M. (2026). Classification of recurrent implantation failure patients using peripheral blood immunological and metabolic markers. BioImpacts : BI, 16, 33372. https://doi.org/10.34172/bi.33372
  • Shi, C., Zhao, Y., Liu, W., Gong, R., Duan, Y., & Yu, W. (2026). Endometrial dysfunction in embryo implantation: from molecular mechanisms to clinical management. Frontiers in reproductive health, 8, 1865059. https://doi.org/10.3389/frph.2026.1865059
  • Šemeklienė, B., & Gradauskienė, B. (2025). Infertility and Auto-Antibodies: A Review. Antibodies (Basel, Switzerland), 14(3), 76. https://doi.org/10.3390/antib14030076