Stille Entzündungen: Der unterschätzte Grund für unerfüllten Kinderwunsch

Stille Entzündungen: Der unterschätzte Grund für unerfüllten Kinderwunsch

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Claudia Gessler-Zwickl ist Gründerin von FERTILABS. Als ehemalige Kinderwunschpatientin setzt sie sich mit viel Leidenschaft dafür ein, andere Betroffene auf ihrem Weg zum Wunschkind zu unterstützen und das Tabuthema "unerfüllter Kinderwunsch" zu entkräften. Gemeinsam mit einem Team führender Ärzte hat sie VILAVIT entwickelt – ein innovatives Kinderwunschpräparat, das sowohl die weibliche als auch die männliche Fruchtbarkeit fördert.

Weibliche Fruchtbarkeit und Entzündungen

Männliche Fruchtbarkeit und Entzündungen

Schwanger werden trotz Entzündungen

Das Wichtigste zu Stillen Entzündungen:

  • Stille Entzündungen sind unbemerkte, chronische Entzündungen
  • Entzündungsreaktionen können die Fruchtbarkeit bei Männern und Frauen verschlechtern
  • Viele stille Entzündungen sind gut behandelbar aber werden erst spät entdeckt
  • Auch durch Tricks wie die richtige Ernährung oder Stressmanagement lassen sich Entzündungsreaktionen reduzieren

Entzündungen wirken und sind zunächst eine „natürliche“ Funktion unseres Körpers oder genauer gesagt des Immunsystems. Gerade bei Infektionen oder Verletzungen treten häufig Entzündungen auf, die helfen, wieder gesund zu werden. Dabei handelt es sich jedoch um akute Entzündungen, die in der Regel schnell wieder abklingen. Wenn Entzündungen länger bestehen bleiben, spricht man von chronischen Entzündungen (Weiss, G., et al., 2009). Chronische Entzündungen können durchaus unbemerkt bleiben und werden dann oft als „stille Entzündungen“ bezeichnet. Diese chronischen oder stillen Entzündungen können unter anderem die Fruchtbarkeit stark beeinträchtigen.

Weibliche Fruchtbarkeit und Entzündungen

Entzündungen können unabhängig von ihrem Ursprungsort die weibliche Fruchtbarkeit negativ beeinflussen. Entzündungen wie Endometritis, die in der Gebärmutter oder nahe an den reproduktiven Organen auftreten, können aber natürlich schneller oder stärker einen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben.

Chronische Entzündungen können sich über verschiedene Mechanismen auf die Fruchtbarkeit auswirken: So kann beispielsweise das Mikrobiom des Reproduktionstrakts direkt an der Entzündung beteiligt sein oder die Entzündung zu einer Störung des Hormonhaushalts führen. Außerdem sind Immunzellen Teil der „normalen“ Zellkultur in den Ovarien und können natürlich auch dort direkt zu Entzündungen führen und beispielsweise die Eizellreifung behindern (Ameho, S., et al., 2025).

Endometritis

Endometritis gehört zu den bekanntesten „stillen“ Entzündungen in Bezug auf die Fruchtbarkeit. Endometritis gibt es sowohl akut als auch chronisch, jedoch fällt meist nur die chronische Endometritis unter die „stillen“ Entzündungen (Singh, N., et al., 2022). Schätzungen zufolge sind rund 10% der Frauen von chronischer Endometritis betroffen (Park, H. J., et al., 2016).

Endometritis wird in der Regel mit Antibiotika oder Antituberkulotika (je nach Ursache) behandelt. Jedoch kann die Erkrankung zu dem Zeitpunkt bereits weit fortgeschritten sein, da diese meist erst im Zuge von Fertilitätsproblemen erkannt und demnach spät behandelt wird. Ist die Endometritis bereits weit fortgeschritten und die „klassische“ Therapie mit Antibiotika oder Antituberkulotika reicht nicht mehr aus, kann eine intrauterine Stammzellbehandlung eine vielversprechende Lösung sein. Chronische Endometritis kann unter anderem zu Schwierigkeiten bei der Einnistung führen (Singh, N., et al., 2022).  Diese Schwierigkeiten können auch zu wiederholtem Implantationsversagen (RIF) oder wiederholtem Schwangerschaftsverlust (RPL) führen. Klinische Studien deuten jedoch darauf hin, dass die Chance auf eine erfolgreiche Schwangerschaft für betroffene Frauen durch eine Behandlung mit Antibiotika stark verbessert werden kann. Letztlich fehlen auch hier noch ausreichende Studien aber bei vorliegender Endometritis ist die Behandlung der Entzündung jedenfalls empfehlenswert (Park, H. J., et al.., 2016).

Männliche Fruchtbarkeit und Entzündungen

Während die Zusammenhänge zwischen Fertilitätsproblemen und Entzündungen bei Frauen besser bekannt ist als bei Männern, rückt auch hier das Thema immer weiter ins Rampenlicht.

Leukozytospermie

Leukozytospermie wird auch als Pyospermie bezeichnet und ist neben Bakteriospermie eine Entzündungsreaktion, die die Qualität und Quantität der Spermien beeinflussen kann. Bei der Leukozytospermie sind übermäßig viele Leukozyten (weiße Blutkörperchen) im Ejakulat enthalten, während bei Bakteriospermie eine hohe Anzahl an Bakterien im Ejakulat gefunden werden kann. Beide Phänomene können ein Hinweis auf Entzündungen der männlichen Geschlechtsorgane sein. Aktuell sind die Definitionen bezüglich der Grenzwerte und auch die Therapiemaßnahmen noch umstritten – ebenso wie die Empfehlungen zu künstlicher Befruchtung bei diesen Erkrankungen.

So kann es sein, dass die Qualität der Spermien durch eine der beiden Entzündungsreaktionen so stark eingeschränkt ist, dass auch durch künstliche Befruchtungen kaum eine Chance auf eine erfolgreiche Schwangerschaft besteht. Allerdings gibt es dazu leider noch nicht genug Studien, weshalb sich keine pauschale Aussage treffen lässt. Sicher ist jedoch, dass die Entzündung reduziert werden sollte – schon alleine für den allgemeinen Gesundheitszustand der Betroffenen (Henkel R., 2024).

Schwanger werden trotz Entzündungen

Stille Entzündungen wirken beängstigend und können leider tatsächlich ein Stolperstein auf dem Weg zu deinem Wunschkind sein. Nichtsdestotrotz gibt es einige Möglichkeiten, wie Du Entzündungen reduzieren und die Chance auf eine gesunde Schwangerschaft erhöhen kannst.

So können „einfache“ Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung, Stress-Management und eine gute Schalfqualität bereits zur Verbesserung von Entzündungen und damit Deiner Fruchtbarkeit beitragen. Je nach Ursache der Beschwerden können auch eine verbesserte Hygiene oder Behandlung von akuten Entzündungen zu einer Linderung dessen führen. Ergänzend dazu kann eine Ernährungsumstellung oder die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln (auch in Kombination mit künstlicher Befruchtung wie IVF) die Entzündung reduzieren und somit nachweislich die Wahrscheinlichkeit zur Erfüllung Deiner Babytraums erhöhen (Ameho, S., et al., 2025). Der Einfluss der Ernährung hat in den letzten Jahren stark an Beachtung gewonnen und ist einer der am meisten genannten und untersuchten Einflussfaktoren im Kampf gegen stille Entzündungen. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden dem Thema ein eigenes Kapitel zu widmen.

Ernährung bei stillen Entzündungen

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind bekannt für ihre Anti-Entzündlichen Eigenschaften und können bei stillen Entzündungen zu einer Verbesserung der Beschwerden führen. Während Du auch im Rahmen deiner „normalen“ Ernährung darauf achten kannst, möglichst viel Omega-3-Fettsäuren zu Dir zu nehmen, zeigen Studien, dass bei Entzündungen eine höhere Dosis für einen positiven Effekt nötig ist. Aus diesem Grund wird die Nutzung von Omega-3-Präperaten empfohlen, um eine Verbesserung der Entzündungen zu bewirken (Calder P. C., 2010).

Folat

Folat (oder Folsäure in Nahrungsergänzungsmitteln) ist unabhängig von Entzündungsreaktionen für alle Frauen mit Kinderwunsch empfohlen, da ein Mangel zu Entwicklungsstörungen beim Ungeborenen führen kann. Besonders für Frauen mit Entzündungen bringt die Substitution von Folat einen weiteren entscheidenden aber oft unbekannten Vorteil mit sich: Folat reduziert Entzündungsreaktionen im Körper!

Da Folat meist nicht in ausreichenden Mengen durch die Nahrung aufgenommen wird beziehungsweise sich der Bedarf durch eine Schwangerschaft stark erhöht, ist es empfohlen Folat zu substituieren und in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zusätzlich zu Dir zu nehmen (Fabozzi, G., et al., 2022).

Wenn dir die Substitution von gewissen Nährstoffen wie eine komplizierte Wissenschaft vorkommt oder du nicht mehrere Präparate nutzen willst, möchten wir Dir VILAVIT Female und VILAVIT Male vorstellen. Unsere hochwertigen Kinderwunschpräparate versorgen Dich mit allen nötigen Mikronährstoffen, um deine Fruchtbarkeit zu verbessern. Natürlich gehören da auch Folat und Omega-3-Fettsäuren dazu.

Gewürze

Gewürze wie Ingwer, Chili und Kurkuma haben ebenso eine anti-entzündliche Wirkung und werden in der traditionellen Medizin schon sehr lange zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen eingesetzt. Wenn Du also mal etwas Neues in der Küche ausprobieren möchtest, setzte doch vermehrt auf diese Gewürze und tu Dir und Deiner Fruchtbarkeit ganz einfach was Gutes! (Fabozzi, G., et al., 2022)

Gesättigte und Trans-Fettsäuren

Die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren gehört zu den Dingen, die Du nach Möglichkeit vermeiden solltest, denn viele gesättigte Fettsäuren können Entzündungen begünstigen und verstärken. Natürlich musst Du nicht komplett darauf verzichten, denn das wäre wohl nur sehr schwer umsetzbar aber wo immer Du auf gesättigte Fettsäuren verzichten kannst, solltest Du es auch tun, um die Entzündungen nicht weiter zu verstärken. Transfette, die mehrheitlich aus industriell gefertigten Produkten wie Frittiertem oder Fertig-Backprodukten stammen, solltest Du nach Möglichkeit ebenfalls vermeiden, da auch diese zu erhöhten Entzündungswerten führen können (Fabozzi, G., et al., 2022).

Häufig gestellte Fragen zum Thema Kinderwunsch und Entzündungen

Kann ich trotz „stiller“ Entzündung ein Kind bekommen?

Ja, das geht grundsätzlich. Leider kann es ein steiniger Weg sein, um die Entzündungsreaktionen zu senken, aber letzlich spricht nichts dagegen!

Wie kann ich Entzündungen senken?

Besonders durch den Lebensstil wie Sport, Schlaf oder Ernährung kannst Du die Entzündungen verbessern. Auch die gezielte Substitution von Folat oder Omega-3-Fettsäuren stellt eine sinnvolle Maßnahme dar. Dafür können wir Dir VILAVIT Female und VILAVIT Male empfehlen.

Können auch Entzündungen, die nicht im Reproduktionstrakt sind, problematisch sein für die Fruchtbarkeit?

Leider ja. Viele Entzündungen wirken sich auf den ganzen Körper aus und können also auch die Fruchtbarkeit beeinflussen. Wir empfehlen Dir die Entzündungen zu senken und deine Fruchtbarkeit gezielt durch ergänzende Maßnahmen wie Lebensstilveränderungen und Nahrungsergänzungsmittel für Menschen mit Kinderwunsch zu verbessern.

Referenzen

  • Weiss, G., Goldsmith, L. T., Taylor, R. N., Bellet, D., & Taylor, H. S. (2009). Inflammation in reproductive disorders. Reproductive sciences (Thousand Oaks, Calif.)16(2), 216–229. https://doi.org/10.1177/1933719108330087
  • Ameho, S., & Klutstein, M. (2025). The effect of chronic inflammation on female fertility. Reproduction (Cambridge, England), 169(4), e240197. https://doi.org/10.1530/REP-24-0197
  • Henkel R. (2024). Leukocytospermia and/or Bacteriospermia: Impact on Male Infertility. Journal of clinical medicine, 13(10), 2841. https://doi.org/10.3390/jcm13102841
  • Singh, N., & Sethi, A. (2022). Endometritis - Diagnosis,Treatment and its impact on fertility - A Scoping Review. JBRA assisted reproduction, 26(3), 538–546. https://doi.org/10.5935/1518-0557.20220015
  • Park, H. J., Kim, Y. S., Yoon, T. K., & Lee, W. S. (2016). Chronic endometritis and infertility. Clinical and experimental reproductive medicine, 43(4), 185–192. https://doi.org/10.5653/cerm.2016.43.4.185
  • Fabozzi, G., Verdone, G., Allori, M., Cimadomo, D., Tatone, C., Stuppia, L., Franzago, M., Ubaldi, N., Vaiarelli, A., Ubaldi, F. M., Rienzi, L., & Gennarelli, G. (2022). Personalized Nutrition in the Management of Female Infertility: New Insights on Chronic Low-Grade Inflammation. Nutrients, 14(9), 1918. https://doi.org/10.3390/nu14091918
  • Calder P. C. (2010). Omega-3 fatty acids and inflammatory processes. Nutrients, 2(3), 355–374. https://doi.org/10.3390/nu2030355