Schwanger werden mit Eileiter-Blockade

Schwanger werden mit Eileiter-Blockade

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Claudia Gessler-Zwickl ist Gründerin von FERTILABS. Als ehemalige Kinderwunschpatientin setzt sie sich mit viel Leidenschaft dafür ein, andere Betroffene auf ihrem Weg zum Wunschkind zu unterstützen und das Tabuthema "unerfüllter Kinderwunsch" zu entkräften. Gemeinsam mit einem Team führender Ärzte hat sie VILAVIT entwickelt – ein innovatives Kinderwunschpräparat, das sowohl die weibliche als auch die männliche Fruchtbarkeit fördert.

Allgemeines über Eileiter-Blockaden

Eileiter-Blockaden und Krankheiten

Eileiter wieder öffnen nach Unterbindung

Schwangerschaftsraten bei Eileiter-Blockade

  • Eileiter-Blockaden zählen zu den häufigsten Ursachen für Infertilität bei Frauen
  • Einige Erkrankungen stehen besonders in Zusammenhang mit Eileiter-Blockaden
  • Auch ein rückgängig machen einer Unterbindung ist möglich
  • Viele betroffene Frauen profitieren von der modernen Reproduktionsmedizin

Hast Du schonmal von einer Eileiter-Blockade gehört? Über blockierte Eileiter hört man meist nicht ganz so viel und das, obwohl das Thema eigentlich ein sehr großes und wichtiges Thema sein sollte! Um also etwas Licht auf dieses unterschätzte Thema zu werfen, bietet Dir dieser Artikel eine kompakte und  

Allgemeines über Eileiter-Blockaden

Auch wenn verhältnismäßig wenig über blockierte Eileiter gesprochen wird, sind Eileiter-Blockaden die häufigste Ursache der weiblichen Infertilität! Studien zufolge ist bei rund 20% der unfruchtbaren Frauen eine Eileiter-Blockade verantwortlich für die Probleme auf der Kinderwunschreise (Maduka, N. R., et al., 2026). Eine Eileiter-Blockade kann beidseits auftreten und beide Eileiter betreffen aber auch nur einen Eileiter betreffen. Häufig sind Eileiter-Blockaden schmerzlos und werden nicht beachtet und bemerkt, bis sich die Kinderwunschreise dann als schwieriger als erhofft herausstellt. Ein verschlossener Eileiter kann meist nicht bei einem „gewöhnlichen“ Ultraschall im Rahmen der Kontrolluntersuchungen bei Deiner Gynäkologin oder Deinem Gynäkologen festgestellt werden. Oft werden spezielle Untersuchungen wie eine Hysterosalpingosonographie (HyCoSy) oder eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) durchgeführt. Verschlossene Eileiter können operativ rekonstruiert und somit wieder geöffnet werden.

Eileiter-Blockaden und Krankheiten

Eileiter-Blockaden werden oft mit diversen Krankheitsbildern in Verbindung gebracht und während das manchmal berechtigterweise der Fall ist, sind manche Krankheiten wohl eher unbeteiligt an Eileiter-Blockaden. Werfen wir gemeinsam einen Blick auf einige Krankheiten und sorgen für Klarheit.

Unterleibsentzündungen oder entzündliche Beckenerkrankungen

Eine Entzündung im Bereich des Beckens kann verschiedene Ursachen und Auswirkungen haben. Eine mögliche Folge ist jedoch leider der ein Verschluss des Eileiters oder der Eileiter. Wie bereits erwähnt kann der Eileiter operativ wieder geöffnet werden. In diesem Zusammenhang berichten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von einer 33-jährigen Dame, die aufgrund einer Unterleibsentzündung eine Eileiter-Rekonstruktion benötigte, um ihre sekundäre Infertilität zu reduzieren. Nur 10 Wochen nach dem Eingriff wurde die Patientin auf natürlichem Wege schwanger. Ein echter Hoffnungsschimmer für Betroffene! (Kumari, S., et al., 2025)

Chronische Endometritis

Auch die chronische Endometritis ist eine Entzündungserkrankung und betrifft primär die Gebärmutterschleimhaut. Von einer chronischen Endometritis wird jedoch erst gesprochen, wenn die Entzündung über einen längeren Zeitpunkt anhält. Genauere Informationen dazu kannst Du hier finden. Leider haben Frauen, die unter einer chronischen Endometritis leiden, häufiger blockierte Eileiter und das besonders beidseits. Auch Hydrosalpinx können durch die chronische Endometritis begünstigt werden. Hydrosalpinx ist eine Verstopfung am Ende eines Eileiters, wodurch sich dieser mit Flüssigkeit füllt. Beide Phänomene treten umso häufiger auf, je schwerwiegender die chronische Endometritis ist (Zou, Y., et al., 2022).

Endometriom („Schokoladenzyste“)

Ein Endometriom wird auch als Schokoladenzyste bezeichnet und ist eine blutgefüllte Zyste an den Eierstöcken. Sie entsteht als eine Sonderform der Endometriose. Endometriome begünstigen die Entstehung von Hydrosalpinx und können eine Schwangerschaft so erschweren. Expertinnen und Experten empfehlen auch vor einer IVF-Behandlung zu überprüfen, ob ein Hydrosalpinx vorliegt und diesen gegeben falls zu behandeln da ein Hydrosalpinx die Erfolgschancen einer IVF-Behandlung verringern kann (Yazicioglu, C., et al., 2025).

Myome

Leider können auch Myome zu einem erhöhten Risiko für Eileiter-Verschlüsse führen. Eine genauere Untersuchung kann sich also auch in diesem Fall lohnen (Mayrhofer, D., et al., 2024).

PMOS (früher PCOS)

Bei all den Schwierigkeiten, die eine PMOS-Erkrankung mit sich bringt, dürfen Betroffene zumindest in Bezug auf verschlossene Eileiter beruhigt sein: Ein Eileiter-Verschluss scheint bei Frauen mit PMOS und Schwierigkeiten auf der Kinderwunschreise nicht häufiger aufzutreten als bei Frauen ohne PMOS (Ghobrial, S., et al., 2022).

Abnormales Spermiogramm des Partners

Auch wenn fraglich ist, ob es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Spermiogramm des Mannes und den Eileitern der Frau gibt, geht ein abnormales Spermiogramm mit einem signifikant erhöhten Risiko für verschlossene Eileiter einher (Mayrhofer, D., et al., 2024).

Eileiter wieder öffnen nach Unterbindung

Manche Frauen lassen sich ihre Eileiter unterbinden also operativ verschließen, um nicht schwanger werden zu können. Dieser Eingriff gilt als Gegenstück zur Sterilisation des Mannes und als zuverlässige Verhütungsmethode. Einige Frauen bereuen diese Entscheidung jedoch später und wollen die Eileiter wieder öffnen lassen, um sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Studien zeigen, dass die klinische Schwangerschaftsrate nach der Wiederöffnung der Eileiter bei rund 49% liegt und insgesamt rund 25% der Frauen eine Lebendgeburt haben. Je jünger die Frauen sind, desto höher sind diese Chancen. Im Durchschnitt haben diese Paare neun Monate gebraucht, um schwanger zu werden (Atay, A. O., et al., 2026).

Schwangerschaftsraten bei Eileiter-Blockade

Am brennendsten ist wohl die Frage, wie hoch die Schwangerschaftsraten bei Frauen mit einer Eileiter-Blockade sind.

Grundsätzlich gilt, dass ein einseitiger Eileiter-Verschluss durchwegs höhere Schwangerschaftsraten mit sich bringt als beidseitige Verschlüsse.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten feststellen, dass Frauen mit Problemen der Eileiter eine ähnliche Schwangerschaftsrate bei einer IVF-Behandlung aufweisen wie Frauen mit durchgängigen Eileitern: Diese Chance ligt bei rund 34% und entspricht damit ungefähr dem Durchschnitt (Kozinszky, Z., et al., 2024). Weitere Informationen zu den Erfolgschancen einer IVF findest Du hier.

Erfreulicherweise zeigen Studien außerdem, dass zwei Jahre nach einer Hysterosalpingosonographie rund 37% der Frauen mit einem einseitigen Eileiterverschluss auf natürlichem Wege schwanger geworden sind. Ebenso duften sich 21% der Patientinnen mit einem einseitigen Hydrosalpinx über ein kleines Wunder freuen. Besonders bei Frauen unter 35 Jahren war die natürliche Konzeption erfolgreich (Yang, H., et al., 2025).

Eine Studie aus Wien zeigt jedoch, dass bei einem beidseitigen Eileiterverschluss, der laparoskopisch geöffnet wurde, weiterhin Schwierigkeiten bestehen können. So wurden innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten nach dem Eingriff zwar 21% der behandelten Frauen schwanger aber im Vergleich dazu auch 47% der Kontrollgruppe. Nichtsdestotrotz ist eine Chance von 21% für eine natürliche Empfängnis ein voller Erfolg da beidseits verschlossene und unbehandelte Eileiter meist keine Schwangerschaft zulassen. Trotzdem empfehlen die Studienautorinnen und Studienautoren betroffenen Paaren früher zu einer künstlichen Befruchtung zu raten, um eine Schwangerschaft zu erreichen (Bormann, F. E., et al., 2025).

Andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten jedoch feststellen, dass nach einer Behandlung der verschlossenen Eileiter die Chancen auf eine natürliche Empfängnis und eine intrauterine Insemination (IUI) ungefähr gleich hoch sind. Aus diesem Grund empfehlen diese Autorinnen und Autoren eine natürliche Konzeption zu versuchen (Karadag, C., et al., 2025). Gegebenenfalls kann auch eine IVF in Betracht gezogen werden.

Liegt eine einseitige Eileiter-Blockade und zusätzlich Probleme bei der männlichen Fertilität vor, scheint es jedoch so, dass eine IUI ohne ovarielle Stimulation einen Versuch wert ist (Tang, Y., et al., 2023).

Häufig gestellte Fragen zum Thema

Wie häufig sind Eileiter-Blockaden als Ursache für Infertilität?

Eileiter-Blockaden gehören zu den häufigsten Ursachen weiblicher Infertilität. Studien zeigen, dass bei etwa 20 % der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch ein Verschluss mindestens eines Eileiters vorliegt.

Kann eine Eileiter-Blockade bei einer normalen Ultraschalluntersuchung erkannt werden?

In der Regel nicht. Da die Verschlüsse oft schmerzlos verlaufen, werden sie meist erst bei speziellen Untersuchungen wie einer Hysterosalpingosonographie (HyCoSy) oder einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) diagnostiziert.

Welche Krankheiten können zu verstopften Eileitern führen?

Unterleibsentzündungen, chronische Endometritis, Endometriome („Schokoladenzysten“) sowie Myome stehen in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Eileiter-Verschlüsse oder Hydrosalpinx.

Hat das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS, früher PMOS) Auswirkung auf das Risiko einer Eileiter-Blockade?

Nein. Untersuchungen zeigen, dass Frauen mit PCOS kein höheres Risiko für Eileiter-Verschlüsse aufweisen als Frauen ohne dieses Syndrom.

Kann man nach einer Eileiter-Unterbindung (Sterilisation) wieder schwanger werden?

Ja. Nach einer operativen Wiederöffnung der Eileiter liegt die klinische Schwangerschaftsrate bei durchschnittlich etwa 49 %. Die Erfolgschancen sind dabei stark vom Alter der Frau abhängig.

Ist eine natürliche Schwangerschaft bei einem einseitigen Eileiterverschluss möglich?

Ja, bei einem einseitigen Verschluss bestehen weiterhin gute Chancen auf eine natürliche Empfängnis. Studien zeigen, dass innerhalb von zwei Jahren nach Diagnostik (z. B. HyCoSy) rund 37 % der betroffenen Frauen natürlich schwanger wurden.

Wie hoch sind die Erfolgschancen einer IVF bei Problemen mit den Eileitern?

Frauen mit Eileiter-Problemen erreichen bei einer IVF-Behandlung im Durchschnitt eine Schwangerschaftsrate von etwa 34 %, was den allgemeinen Erfolgsquoten einer künstlichen Befruchtung entspricht.

Warum ist die Behandlung einer Hydrosalpinx vor einer IVF wichtig?

Eine Flüssigkeitsansammlung im verstopften Eileiter (Hydrosalpinx) kann die Einnistung des Embryos erschweren und die Erfolgschancen einer IVF-Behandlung verringern. Daher wird vor der IVF oft zu einer Behandlung geraten.

Referenzen

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  • Yang, H., Xu, Y., Cheng, S., Zhang, H., Cheng, J., & Gao, F. (2025). Evaluation of pregnancy outcomes using a novel hysterosalpingography scoring system for tubal patency. European journal of obstetrics & gynecology and reproductive biology: X, 29, 100437. https://doi.org/10.1016/j.eurox.2025.100437
  • Bormann, F. E., Hager, M., Thieme, S. L., Parry, J. P., & Ott, J. (2025). Influence of discordant tubal blockage on clinical pregnancy rates: a retrospective cohort study. Archives of gynecology and obstetrics, 312(5), 1799–1804. https://doi.org/10.1007/s00404-025-08186-1
  • Karadag, C., Karadag, B., Kesen, E. Y. K., & Gürses, C. (2025). Pregnancy outcomes following fluoroscopy-guided tubal recanalization: a comparison of spontaneous conception and intrauterine insemination-a retrospective cohort study. Scientific reports, 15(1), 32141. https://doi.org/10.1038/s41598-025-17762-z
  • Tang, Y., He, Y. X., Ye, Y., Zhang, T. T., Wang, J. J., & He, Q. D. (2023). Pregnancy outcomes of intrauterine insemination without ovarian stimulation in couples affected by unilateral tubal occlusion and male infertility. BMC pregnancy and childbirth, 23(1), 376. https://doi.org/10.1186/s12884-023-05705-3