Langsam neigt sich die magische Kugelzeit dem Ende zu und die Schwangerschaft geht in die letzten Züge. Traurig musst Du deshalb natürlich keineswegs sein – in wenigen Wochen darfst Du Deinen kleinen Schatz begrüßen und die wundervolle Zeit des Eltern-Seins wartet auf Dich. Doch bevor es so weit ist, geben wir Dir noch ein letztes Mal spannende Fakten, Tipps und ToDos mit auf den Weg.
Meilensteine der Entwicklung des Babys
Im letzten Trimester ist es vor allem wichtig, dass das Baby ausreichend wächst und an Gewicht zunimmt. So kann es die Geburt gut überstehen und besitzt ausreichend Energie – auch für die Zeit nach der Geburt. Außerdem ist der Zeitpunkt der Geburtsvorbereitung gekommen – mental für die baldige Mama aber auch für den Körper der Mutter.
Schlaf-Wach-Rhythmus bildet sich
Auch wenn es nach der Geburt oft nicht so wirkt, entwickeln Babys bereits im Mutterleib einen Schlaf-Wach-Rhythmus und können dabei durch Bewegungen oder laute Geräusche geweckt werden. Werdende Mütter können diese Schlaf-Wach-Phasen auch zunehmend erkennen, da die Aktivität des Babys phasenweise deutlich stärker sein kann als in anderen Momenten. Diese Veränderung findet um die 28. Woche statt, wo Dein kleines Wunder etwa 36 Zentimeter groß ist.
Drehung und neue Lage des Babys
Nachdem Dein kleiner Schatz immer größer wird, verringert sich seine Bewegungsfreiheit zunehmend und ausgedehnte Bewegungen sind für das Baby nun nicht mehr möglich. Wenn Dein Ungeborenes also merkt, dass der Platz im Bauch langsam zu klein wird, sollte es sich idealerweise umdrehen und nun mit dem Kopf nach unten im Becken liegen. Langsam rutscht es dann auch immer tiefer ins Becken – ein Vorgang, der mit Senkwehen verbunden sein kann. So bereitet sich Dein Körper langsam auf die bevorstehende Geburt vor. Sollte sich Dein Kind nicht in die sogenannte Schädellage drehen, kann die Drehung des Kindes begünstigt werden und eine natürliche Geburt trotzdem möglich sein – manchmal ist es jedoch sinnvoller und sicherer zu einem Kaiserschnitt zu raten.
Abschluss der Lungenreifung
Ab der 35. Schwangerschaftswoche ist die Lungenreifung abgeschlossen und Dein Baby sollte nun auch ohne Unterstützung atmen können. Sollte es also nun zu einer Frühgeburt kommen, musst Du Dir um die Lungenreifung keine Sorgen mehr machen. Sollte es notwendig sein, kann die Lungenreifung auch durch Medikamente beschleunigt werden. Zum Zeitpunkt des Abschlusses der Lungenreifung sind Kinder etwa 2300 Gramm schwer und mit 46cm etwa so groß wie eine Ananas.
Veränderungen im Körper der Mama
Wie bereits die gesamte Schwangerschaft über wächst Dein Bauch auch jetzt weiterhin fleißig und kann sich im Alltag als Herausforderung bemerkbar machen. Neu ist für dich möglicherweise, dass deine Gebärmutter die Geburt „trainiert“: Es kommt also unter Umständen bereits zu ersten „Übungswehen“ oder „Vorwehen“, die keine Gefahr darstellen und „normal“ sind. Sollten diese Übungswehen jedoch häufig auftreten oder über einen längeren Zeitraum nicht nachlassen, wende dich bitte an Deine Ärztin oder Deinen Arzt. Auch die Brust bereitet sich auf das Stillen und die Milchbildung vor weshalb möglicherweise schon erste Tropfen Milch austreten können. Außerdem sind Kurzatmigkeit und Rückenschmerzen weitere Indikatoren dafür, dass Du das dritte Trimester wieder ruhiger angehen solltest. Um sich auf die Geburt vorzubereiten, kann sich das Gewebe im Becken langsam lockern. Dieser Prozess ist normal und sehr nützlich aber kann zu dem typischen Gang einer Schwangeren führen.
Eine weitere Erscheinung ist das sogenannte „Pregnancy Brain“: Dabei handelt es sich unter anderem um Vergesslichkeit, die untypisch für die betroffene Person ist. Das Phänomen kann durchaus schon früher in der Schwangerschaft auftreten, jedoch kann es besonders auffällig gegen Ende der Schwangerschaft sein. Spannende Fakten und Hintergründe dazu findest Du hier. Viele Frauen spüren auch zunehmend das Bedürfnis alles für die Ankunft des kleinen Wunders vorzubereiten – und das manchmal sehr ausführlich und perfektionistisch. Im Englischen wird dieser Drang als „Nesting“ bezeichnet. Auch das ist ein vollkommen normaler Vorgang und tritt bei manchen Frauen stärker auf als bei anderen.
Organisatorische Vorbereitungen
Untersuchungen
Je näher die Geburt rückt, desto regelmäßiger erfolgen Untersuchungen um sicherzustellen, dass es Mama und Baby gut geht aber auch um unterstützende Maßnahmen zur Geburt treffen zu können – falls diese nötig sein sollten. Um eine möglichst entspannte Geburt zu erleben, sollte keiner dieser Termine ausgelassen werden – auch, wenn das Risiko für eine Fehlgeburt nun extrem gering ist.
Mutterschutz
Im dritten Trimester steht der Abschied in den Mutterschutz bevor sofern Du noch nicht im Mutterschutz bist aufgrund diverser Risiken oder Komplikationen. Für viele Mamas ist dies auch der Beginn der Karenz, die an den Mutterschutz anschließt.
Geburtsvorbereitung
Nachdem die Geburt nun in greifbarer Nähe ist, empfehlen Expertinnen und Experten, dass Du jetzt an einem Geburtsvorbereitungskurs teilnimmst, um dich optimal vorzubereiten. Solltest Du Deine Hebamme bereits kennen, kannst Du auch mit ihr noch ein ergänzendes Gespräch führen und Deine individuelle Situation und Fragen besprechen. Eine kleine Sammlung an Hinweisen zur Geburtsvorbereitung findest Du in diesem Artikel.
Stillen oder Flaschennahrung?
Ob Du Dein Kind stillen möchtest oder kannst, ist eine zutiefst persönliche Entscheidung, die Du ganz für Dich treffen solltest. Es ist jedoch hilfreich, Dich mit einer Hebamme, Ärztin oder einem Arzt auszutauschen und beraten zu lassen. Je nachdem wofür Du Dich entscheidest, solltest Du Flaschen und Flaschennahrung, eine Pumpe zum Abpumpen, Still-Kissen oder Still-BHs und all das, was Du sonst benötigst, besorgen. Einen Vergleich zu den Vorteilen von Muttermilch und Premilch findest Du hier. Solltest Du Dich für das Stillen entscheiden, haben wir hier eine Übersicht für Dich worauf Du bei Deiner Ernährung achten solltest, um gut und gesund durch die Stillzeit zu kommen.
Erstausstattung und Kliniktasche
Falls Dir noch Dinge Deiner persönlichen Erstausstattung fehlen oder Du noch einige Käufe vorhast, ist jetzt der ideale Zeitpunkt alles zu besorgen. Hier gilt es tatsächlich, dass Du lieber früher als spät dran sein solltest, da Du nie wissen kannst, wann sich Dein Schatz auf den Weg macht. Auch die Kliniktasche sollte rechtzeitig einsatzbereit sein, um Dir unnötigen Stress zu ersparen, wenn die Wehen dann einsetzen.
Wochenbett
Auch zum Thema Wochenbett (also die Zeit nach der Geburt) kannst Du Dir jedenfalls Gedanken machen und Deine Wünsche auch kommunizieren. Von der Frage, ob jemand für Dich kocht oder Du Essen vorbereiten möchtest über die Frage nach Deinen persönlichen Regeln für Besuche bis hin zur Arbeit im Haushalt, stehen möglicherweise viele offene Fragen im Raum.
Geburt(-sdatum)
Eine Geburt ist ein wahnsinnig aufregender und ereignisreicher Prozess. Um Dir Orientierung zu bieten, was zur Geburt gehört, und du erwarten kannst, empfehlen wir Dir diesen Artikel. Spätestens im Geburtsvorbereitungskurs oder einem Beratungsgespräch mit einer Hebamme oder ärztlichem Personal solltest Du jedoch ohnehin über alles informiert werden und bestens Bescheid wissen. Falls dann das „Pregnancy-Brain“ für Probleme sorgen sollte, kannst du es ja immerhin hier nochmal kurz nachlesen.
Bedeutung des Geburtstermins
Babys, die ab der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren werden, gelten nicht mehr als Frühgeburt. Sie sind in der Regel ausreichend entwickelt, um keine Probleme mit Atmung und anderen Prozessen zu haben. Ab diesem Zeitpunkt darf sich Dein kleines Wunder also entspannt auf den Weg machen. Allzulange sollte Dein Bauchbewohner jedoch auch nicht auf sich warten lassen, da eine Geburt bei einer länger andauernden Schwangerschaft meist eingeleitet werden muss, um Komplikationen zu vermeiden. Eine Einleitung wird in der Regel ab dem Ende der 41. oder 42. Woche in Betracht gezogen. Grundsätzlich ist es aber sehr unüblich und auch unwahrscheinlich, dass Dein Baby genau am errechneten Geburtstermin auf die Welt kommt und eine Abweichung um einige Tage stellt in der Regel kein Problem dar.
Persönliche Worte von Claudia
Liebe werdende Mama, lieber werdender Papa,
die letzten Worte der magischen Kugelzeit liegen vor Dir und dann beginnt die wahrhaft schönste Zeit des Lebens: Das Kennenlernen und gemeinsame Leben mit Deinem kleinen Wunder! Ich kann es bis heute kaum glauben, wie magisch und unvergleichlich die Zeit mit unserer Tochter war und ist. Aber bevor es bei Dir dann auch so weit ist und Du Dein Kind begrüßen darfst, wünsche ich Dir alles Gute für die letzten Wochen der Kugelzeit und natürlich die Geburt. Koste nochmal jeden Moment aus und versuche Dir nicht allzu viele Sorgen zu machen. Du wirst eine wundervolle Mama oder ein wundervoller Papa sein und all die Herausforderungen, die vor Dir liegen mit Bravour meistern!
Alles Liebe
Claudia
Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Zunahme von Gewicht und Größe im letzten Trimester so wichtig?
Damit das Baby ausreichend Energie für die Geburt sowie für die ersten Tage danach besitzt.
Was bedeutet die Schädellage und warum dreht sich das Baby?
Schädellage bedeutet, dass das Baby mit dem Kopf nach unten im Becken liegt. Die Schädellage ist die optimale Position für eine Geburt und erleichtert den Geburtsvorgang deutlich.
Wann ist die Lungenreifung abgeschlossen?
Ab der 35. Schwangerschaftswoche ist die Lunge vollständig gereift, sodass das Baby eigenständig atmen kann.
Was unterscheidet Übungswehen von echten Geburtswehen?
Übungswehen sind ein harmloses Training der Gebärmutter. Dabei geht es (noch) nicht darum, das Baby tatsächlich aus der Gebärmutter zu drücken. Wenn Übungswehen jedoch sehr häufig auftreten oder nicht nachlassen, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Was versteht man unter „Pregnancy Brain“ und „Nesting“?
„Pregnancy Brain“ bezeichnet die typische Vergesslichkeit in der Schwangerschaft während „Nesting“ (Nestbautrieb) der Drang ist, alles perfekt für die Ankunft des Babys vorzubereiten.
Ab wann gilt ein Baby nicht mehr als Frühgeburt?
Ab der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche gilt ein Baby als reif und nicht mehr als Frühgeburt.
Referenzen
- Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs. (o. D.). Schwangerschaft. Gesundheit.gv.at. Abgerufen am 2. September 2026, von https://www.gesundheit.gv.at/leben/eltern/schwangerschaft.html
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. (o. D.). Familienplanung.de: Themenübersicht. Familienplanung.de. Abgerufen am 2. September 2026, von https://www.familienplanung.de/uebersicht/


















