Anti-Müller-Hormon (AMH) bei Kinderwunsch

Das Anti-Müller-Hormon und die Bedeutung bei Kinderwunsch

In der heutigen Zeit stellen sich viele Frauen die Frage: "Kann ich noch schwanger werden?" Diese Frage ist besonders relevant für Frauen, die sich später im Leben für eine Schwangerschaft entscheiden. Eine der wichtigsten Kennzahlen, die dabei eine Rolle spielen, ist der Anti-Müller-Hormon-Wert, kurz AMH-Wert. Dieser Wert, ermittelt durch einen AM-Hormonspiegel dient als Indikator für die Eizellreserve einer Frau und kann wichtige Informationen darüber liefern, ob eine Schwangerschaft auf natürliche Weise möglich ist oder ob assistierte Reproduktionstechniken wie In-Vitro-Fertilisation (IVF) in Betracht gezogen werden sollten.

Die ovarielle Reserve einer Frau

Die ovarielle Reserve einer Frau, also die Anzahl der Eizellen, die ihr zur Verfügung stehen, wird bereits vor der Geburt festgelegt.

LEBENSABSCHNITT

ANZAHL EIZELLEN

Zeugung (20. Schwangerschaftswoche)

ca. 7 Millionen pro Eierstock (insgesamt ca. 14 Millionen)

Geburt

ca. 1 - 2 Millionen insgesamt

Beginn der Regelblutung (Menarche)

ca. 300.000 - 400.000 insgesamt

 

Ab der Pubertät reifen monatlich bis zu 1.000 Follikel heran, von denen jedoch nur der größte und dominanteste zur Reifung während des Eisprungs freigegeben wird. Die restlichen Eizellen verkümmern. Dieser Prozess wiederholt sich ungefähr 300-500 Mal im Leben einer Frau. Die Menopause beginnt, wenn nur noch eine sehr geringe Anzahl an nicht befruchtungsfähigen Eizellen vorhanden ist und die Regelblutung ausbleibt.  

Die Wechseljahre setzen bei Frauen zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten ein, meist um das 50. Lebensjahr, aber manchmal auch erst um die 60. Jahre. Beginnt die Menopause vor dem 40. Lebensjahr, spricht man von vorzeitigen Wechseljahren (prämature Ovarialinsuffizienz).

Was ist der AMH-Wert und warum ist er wichtig?

Das Anti-Müller-Hormon ist ein Hormon, das von den Eierstöcken produziert wird, Es ist ein Marker für die Anzahl der Eizellen, die sich noch in den Eierstöcken einer Frau befinden.

Der AMH-Spiegel wird mittels eines Bluttests ermittelt, der jederzeit während des Zyklus durchgeführt werden kann. Auch hormonelle Verhütungsmethoden haben keinen Einfluss auf den AMH-Wert.

ALTER

DURCHSCHNITT AMH-WERT (ng/ml)

25 - 29 Jahre

3.2 - 5.5

30 - 34 Jahre

2.4 - 4.7

35 - 39 Jahre

1.5 - 3.8

40 - 44 Jahre

0.7 - 2.9

 

Ein AM-Hormonspiegel von mehr als 6 ng/ml kann auf das PCO-Syndrom hinweisen

Ein niedriger AMH-Wert kann darauf hinweisen, dass die Eizellreserve gering ist, was bedeutet, dass weniger Eizellen vorhanden sind und die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft verringert sein kann.

Raucherinnen haben in der Regel einen niedrigeren AMH-Wert als Nicht-Raucherinnen.

Bedeutung des AMH-Werts für die Fruchtbarkeit

Ein niedriger AMH-Wert kann verschiedene Ursachen haben, darunter genetische Faktoren, Umwelteinflüsse, das Alter einer Frau und bestimmte medizinische Behandlungen wie Chemotherapie. Endokrine Disruptoren wie Phthalate und BPA können die Eizellreserve ebenfalls negativ beeinflussen (Ding et al., 2022).

Frauen, bei denen ein niedriger AMH-Wert festgestellt wurde, machen sich oft Sorgen darüber, ob sie überhaupt noch schwanger werden können und welche Möglichkeiten es gibt, ihre Chancen zu verbessern.

Kann man den AMH-Wert verbessern?

Der AMH-Wert gilt weitgehend als stabil und wird hauptsächlich durch genetische Faktoren und das Alter beeinflusst. Leider gibt es keine spezifischen Methoden, um den AMH-Wert zu verbessern. Bestimmte Lebensstiländerungen und die Einnahme von Mikronährstoffen kann jedoch dazu beitragen, die allgemeine Fruchtbarkeit und die Qualität der Eizellen zu verbessern.

Möglichkeiten um die Fruchtbarkeit zu fördern

Für Frauen mit einer niedrigen Eizellreserve gibt es verschiedene Schritte, die sie unternehmen können, um ihre Chancen auf eine Schwangerschaft zu verbessern:

  1. Gesunde Lebensweise:

Eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf schlechte Gewohnheiten wie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum können dazu beitragen, die allgemeine Gesundheit zu verbessern und die Fruchtbarkeit zu unterstützen.

  1. Mikronährstoffe

Hochwertige Mikronährstoffe wie Coenzym Q10 in Form von Ubiquinol, DHA (Docosahexaensäure) aus Omega-3-Fettsäuren, und Antioxidantien wie Alpha-Liponsäure, NAC (N-Acetyl-Cystein) und Selen haben in klinischen Studien eine positive Auswirkung auf die Eizell- bzw. Embroqualität aufgezeigt.

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  1. In-Vitro-Fertilisation (IVF)

Frauen mit einem niedrigen AMH-Wert können von Fruchtbarkeitsbehandlungen wie der In-vitro-Fertilisation (IVF) profitieren. Bei IVF werden Eizellen außerhalb des Körpers entnommen, befruchtet und dann in die Gebärmutter eingeführt.

Ist das Anti-Müller-Hormon sehr niedrig (1,0 ng/ml) können bei der Hormonstimulation höhere Hormondosen erforderlich sein. 

Schwanger werden mit 40 Jahren?

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Eizellspende als Option

In einigen Fällen kann eine Eizellspende eine Option sein, insbesondere wenn die eigene Eizellreserve sehr niedrig ist. Bei einer Eizellspende werden Eizellen von einer anderen Frau verwendet, um eine Schwangerschaft zu ermöglichen.

AMH-Wert ist ein wichtiger Indikator für Fruchtbarkeit

Der AMH-Wert ist ein wichtiger Indikator für die Eizellreserve einer Frau und kann der Reproduktionsmedizin wichtige Informationen darüber liefern, ob eine Schwangerschaft auf natürliche Weise möglich ist oder ob assistierte Reproduktionstechniken in Betracht gezogen werden sollten. Für Frauen mit einem niedrigen AMH-Wert kann ein Termin in einer Kinderwunschklinik ein wichtiger nächster Schritt sein, um geeignete Behandlungsmöglichkeiten zu identifizieren. Trotz eines niedrigen AMH-Werts gibt es Wege, um den Traum von einer eigenen Familie zu verwirklichen.